Archiv fürMärz 17, 2008

No No Depression

74lg.jpg

Keine Ahnung, inwieweit sich das bereits rumgesprochen hat, aber bald wird ein renommiertes Magazin rund ums Thema amerikanische Roots-Musik nur noch Geschichte sein: Mit dem Erscheinen der Mai-Juni-Ausgabe 2008 verschwindet die Print-Ausgabe von “No Depression” vom Markt. Im aktuellen Heft begründen die Herausgeber diesen Schritt mit stark zurückgehenden Anzeigenaufträgen und einer Krise der Musikindustrie - hier die ausführliche Erklärung. Es ist zwar geplant, weiterhin im Web zu erscheinen, die Site möglicherweise noch auszubauen, aber die drei Eigentümer sehen das kritisch: “Whatever the potentials of the web, it cannot be good for our democracy to see independent voices further marginalized. But that’s what’s happening. The big money on the web is being made, not surprisingly, primarily by big businesses.” Im September 1995 war No Depression erstmals erschienen, ein Jahr lang vierteljährlich, dann alle zwei Monate. Wie ambitioniert das kleine Team ohne großes Geld gearbeitet hat (und noch arbeitet), zeigen verschiedene Awards. So belegte das Heft 2004 Platz 20 auf einer Liste der “Chicago Tribune” mit den 50 wichtigsten landesweit erscheinenden Magazinen aller Genres. Aber von Lorbeeren allein lässt sich nicht leben.

Kommentare

Blogpiloten im Landeanflug

Die Gemeinde der Blogger ist riesig, die der bloggenden Musiker deutlich kleiner, die der bloggenden Mandolinenspieler geradezu verschwindend klein. Umso mehr gebührt den “Blogpiloten” Dank,  jenes Blögchen hier in die Rubrik “Nischenblog am Wochenende” aufgenommen zu haben. Für den Fall also, dass sich aufgrund dieses Eintrags mancher von den Blogpiloten hierher verirrt, habe ich nochmal ein Video von “Hayseed Dixie” eingebaut - “I don´t feel like dancin´”. Auf dass es eine liebliche Verbindung geben möge zwischen den Elektrischen Reitern und den Hölzernen Choppern. Mit besten Grüßen an Steffen Büffel, the most “hard bloggin´ scientist”.

Kommentare (1)

Knüppel oder Custom?

loar.jpg

Die Musikmesse 2008 ist vorüber, wir befinden uns also in der Phase der Nachbereitung. Und da wollte ich noch hinweisen auf einen Fall besonders schöner Werbelyrik. Er kommt von der Vertriebsgesellschaft AXL mit Sitz in Brisbane, Kalifornien, und gilt einer Mandoline aus der Produktreihe “The Loar”: “Embodying the spirit of the rare and costly vintage mandolins from the era, the Golden Age mandolin gives you high-end features and authentic tones at an incredible price”, heißt es auf dem unten abgebildeten Blatt so schön. Das alles unter der Überschrift: “Inspiration from the bygone era”. Was wohl heißen soll: die 20er-Jahre mit dem Meistermann Lloyd Loar bei Gibson. Das erste, was mir allerdings beim Anfassen des Teils aufgefallen ist, war der knüppeldicke Hals. Wer häufiger in Kneipen mit stark alkoholisierten Gästen auftritt, die manchmal zudringlich werden, dem sei dieses Instrument empfohlen: Einmal kurz mit dem Hals aufs Köpfchen des Attackierers klopfen und das Problem hat sich erledigt.

Der angesprochene “unglaubliche Preis” beträgt übrigens 800 Dollar, dürfte also hierzulande bei rund 500 Euro liegen. Dafür gibt´s noch keine Eastman und keine tolle Kentucky-Mando. Aber dieser Hals, nä! Doch die Überraschung liegt auf der Loar-Website - wie so oft im Netz - nur einen Klick entfernt. Denn außer dem hier erwähnten Modell LM-500-VS gibt es eine Custom-Shop-Variante aus gleichem Haus. Kostenpunkt laut Liste: 5500 Dollar! Hey, das ist doch mal ‘ne Ansage. Aber beim Blick auf die Erbauer der Mando relativiert sich der Preis: Eiichi Sumi und Greg Rich zeichnen verantwortlich. Eine Spezialanfertigung von Sumi kann schnell mal über 10.000 Dollar kosten, Andy Owens hat für seine Sumi deutlich mehr bezahlt (besser, man kauft eine gebrauchte Kentucky KM-1500 aus den 80ern, die hat Sumi ja damals gebaut, wir sprachen hier drüber). Insofern möchte man diese Custom Loar fast schon als Schnäppchen verkaufen. Aber heute ist erst Montag. Da wollen wir mal nicht gleich so übertreiben.

sumi_front.jpg

Die Sumi-Loar

Kommentare