Bedrohliche Banjo-Höhle

Sie wollten meine Mandoline zersägen. Sie wollten ihr den Hals abhacken. Sie wollten sonstwas mit ihr anstellen, die beiden Banjomänner. Der eine, mein Lieblingsbanjospieler (bis dahin), hatte mich mitgenommen nach Laudenbach, wo Bernd Gaßmann seine Banjos baut. Und er hatte vorher gemeint, ich könne doch mein Instrument einpacken, des möglichen gemeinsamen Musizierens wegen. Dazu kam es nicht, stattdessen wurden beim Werkstattbesuch erwähnte Drohungen ausgestoßen. Ich habe dann behauptet, der Koffer sei leer, es handele sich um eine Attrappe. Und um sie endgültig abzulenken, habe ich mich geopfert, auf einem Tenorbanjo aus der Vorkriegszeit zu rödeln. Also quasi nur unter Zwang. Um die Mando zu retten. Was mir auch gelungen ist.

Nun ja, im Grunde ist Bernd Gaßmann ein sehr netter Kerl mit vielen interessanten Werkzeugen und Hilfsmitteln in seiner Bastelhöhle. Zum Beispiel übel riechendem Fischleim, der gewonnen wird aus reinem Kollagen, herausgelöst aus den Häuten von Fischen. Oder einem feinen weißen Pulver in einer kleinen Kartusche, beschriftet mit “Teflon-Pulver”. In Wirklichkeit handelt es sich natürlich um reines Kokain, aus dem sich Banjospieler erst eine Linie ziehen und wegschnupfen, um aus drogenbedingtem Übermut anschließend noch die Sattelschlitze damit gängig zu machen – unsereins nimmt dafür Grafit. Kurzum: Hütet Euch vor Banjowerkstätten, lasst die Mando zu Hause, damit Ihr nicht auch wie ich in derart entwürdigender Lage erwischt werdet.

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Bernd Gaßmann (vorne) und geknechteter Mando-Spieler als Gefangener in seiner Werkstatt.

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