Gespanntes Warten

Seit Mitte April befindet sich das NMG-4-Pickup-System der Firma Shadow offiziell im Handel – erhältlich scheint es jedoch bislang nicht zu sein. Beispielsweise können weder Musik Schmidt noch Thomann das System derzeit zuschicken. Thomann teilt auf seiner Website mit, dass eine Lieferung für den 31. Mai erwartet wird. Bis der erste Nutzer von seinen Erfahrungen berichten kann, wird es also offenbar noch eine Weile dauern. So lange klingen uns die Worte der Werbung im Ohr, die so schöne Dinge ankündigt: einen Pickup für Mandos, der kräftig ist, natürlich klingt und keine Nebengeräusche überträgt. Dafür würde man an der Zweitmando auch optische Einbußen in Kauf nehmen, so man denn öfters in lautem Bandkontext spielt.

Das System lässt sich auch nicht vollständig ohne Folgen an der Zarge installieren – denn dort sowie an der Brücke wird es festgeschraubt. Derartiges macht man nicht mit einer Collings oder Weber. Aber die wird man im Popkontext ohnehin nicht nutzen. Das Nanomag-System dürfte – sollte es gut klingen und praktisch einsetzbar sein – ein Mittel zum Zweck werden. Der Straßenpreis wird wohl um 200 Euro liegen.


Hanomag – Verzeihung – Nanomag-System von Shadow, nackt.

So klingt europäisches Handwerk

Langsam, aber sicher wird dem ambitionierten Mandolinen-Amateur bzw. Semiprofi ein attraktives Angebot im noch bezahlbaren Preisbereich um 2500 Euro unterbreitet. Nicht nur Gibson hat sich mit seinen Jam-Master-Instrumenten bei guter Qualität in diese Dimension herabbegeben, auch die tschechischen Manufakturen bieten hervorragende Modelle, etwa Furch oder Prucha. Letzterer zeigte auf der jüngsten Musikmesse am Main seine FT5 Special, die viel Lob einheimsen konnte – eben auch für den attraktiven Preis in der Mitte zwischen 2000 und 3000 Euro. Etwas teurer ist die Special mit Decke aus Zeder, die auf der Prucha-Website nicht nur bestaunt, sondern auch belauscht werden kann: MP3s geben den Charakter des Instruments wieder. Und der klingt tatsächlich sehr schön. Begehrenswerte Stücke aus Tschechien also, gegen die das Kentucky-Edelteil aus China, die neue KM-1500 in ebenjener Preisklasse, in Konkurrenz tritt. Vielleicht also werden sich künftig immer mehr Europäer für hier hergestellte Mandos entscheiden – in dieser Qualitätsklasse fallen offenbar Preisvorteile fernöstlicher Fertigung nicht mehr so ins Gewicht. Und wenn dann bei der Prucha noch die Abdeckung des Trussrod etwas dezenter ausfallen würde …


Edles Teil, lieber Jarda Prucha!

Trio mit zwei Bögen

Wie heißen eigentlich im allgemeinen schwedische Männer? Magnus Zetterlund? Ja, das klingt sehr schwedisch! Und den Mann gibt´s wirklich, er gehört zu den Top-Mandolinenspielern des Landes und ist Mitglied des Trios Nordic. Man findet so einiges von den Dreien auf Youtube, aber hier scheint die Stimmung im Saal doch sehr ausgelassen. Moderner Schwedenfolk mit Nyckelharpa, Mandoline und Cello.

Fröhlich losgezupft

Genau wie meine Knochenhautentzündung rechter Hand (die mich am Vielschreiben hindert) will auch die Mando-Pop-Welle nicht enden. Diesmal tritt auf: die Formation Fanfarlo aus London, England. Auch wenn über diese Band viel von Folk und Pop und Vergleichen mit Arcade Fire zu lesen ist, kann ich mir nicht helfen: Für mich klingt das nach fröhlichen Talking Heads. Jedenfalls untiger Titel Harold T. Wilkins. Und, by the way: Was ist das für geil ausgestattetes Labor?

Bluegrass spielen, Sixpack trinken

Am Wochenende 22./23. Mai gibt´s die zweite Auflage des Greven-Grass-Festivals – wieder mit einer Open Stage. Und was lese ich da im jüngsten Newsletter des Festivals? Die Offene Bühne weiß die Warsteiner-Brauerei als Sponsor hinter sich! Und noch besser: Jeder Musiker auf der Open Stage bekommt von der Brauerei ein Sixpack geschenkt! Das wären bei einer fünfköpfigen Band immerhin 30 kleine Flaschen Bier! Ein veritables überschaubares Besäufnis! Ob dieses Angebot merkwürdige Formationen mit roten Nasen auf die Bühne lockt, wird man sehen und hören. Informationen zum offiziellen Programm liefert die Festival-Website.

Lob den Tenorhelden

Nein nein, geistig verbunden fühle ich mich nicht nur mit allen Mandolinen, Oktavmandolinen/mandolas, Mandocellos, Bouzoukis und wie sie alle heißen. Auch Ukulelen finden ihren Platz in meinem Herzchen und: Tenorgitarren. Just vor ein paar Tagen erst bin ich auf Seth Lakeman aufmerksam geworden. Ein Schönling! höre ich manche rufen. Von mir aus. Aber einer, der ziemlich gut singt und als Markenzeichen seine alten Martin-Tenorgitarren trägt – und sie exzessiv in seiner Musik einsetzt. Oft sind die Dinger wie eine Mandoline oder Mandola gestimmt, Lakeman nutzt offenbar auch GDGD als offene Stimmung und kapodiert, was der Hals hält. Und gibt der Musik damit eine bestimmte Klangfarbe. Ach, schon wieder ein Instrument, das sich lohnt zu entdecken. Wenn das so weitergeht mit meiner Zuneigung zu den Vierchörigen, komme ich eines Tages noch mit einem Tenorbanjo um die Ecke …