Mando-Spieler in D

Nein, hier findet Ihr keine menschlichen F-Mando-Ständer wie mich und längst nicht jeden, der in Deutschland eine Mandoline halten kann. Dieser Platz bleibt den ambitionierteren Repräsentanten des Instruments vorbehalten, die schon auf vielen Bühnen ihre Kompetenz bewiesen haben. Eine Liste, die hoffentlich wachsen wird – Hinweise sind willkommen.

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Hendrik Ahrend 26789 Leer

Jahrgang 1963. Kommt durch seinen Banjo spielenden, älteren Bruder Sievert zum Bluegrass und beginnt 1977 Gitarre zu spielen: zunächst in der Band Roving Gamblers. Zu den frühen Einflüssen gehören die 40er-Jahre-Aufnahmen von Bill Monroe mit Flatt und Scruggs. 1979 erster wichtiger Auftritt mit Mando in Neusüdende. Kurz danach kommt die erste eigene Mando ins Haus – eine Aria Pro II. Mitte der 80er Engagement bei Hard Times aus Stuttgart. Ende des Jahrzehnts gründet er die Band Four Wheel Drive (NL) mit. In der Folgezeit ist er aktiv bei Sacred Sounds Of Grass (als Gitarrist) und den belgischen Smoketown Strut. In den 90ern spielt Hendrik Europatourneen mit Künstlern wie Byron Berline & John Hickman, Sally van Meter und Chris Jones & The Night Drivers. Der Multi-Instrumentalist sieht sich in erster Linie als Mandolinist und spielt eine Gibson F 5 von 2005 – ein Distressed Master Model.

Kontakt: hendrik.ahrend@orgelbau-ahrend.de
Web: -
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Sam Hain 35684 Dillenburg

Jahrgang 1964. Lernt Anfang der 70er-Jahre zunächst E-Bass von seinem Bruder Thilo, mit dem er 1974 zufällig auf eine Country-Sendung des HR-Hörfunks stößt: Begeisterung! 1975 kommt die erste Mando ins Haus, billige DDR-Ware, also bleibt er beim E-Bass, den er auch ab 1979 in seiner ersten Band spielt, den Bluegrass Busters. 1981 neuer Versuch mit der Mando. Entscheidung, gemeinsam mit Thilo vor allem Bluegrass-Gospel zu spielen. Im März 1984 Kauf einer Kentucky KM-1500 und Ende des Monats erster Auftritt im Trio New Commandment, den späteren Sacred Sounds Of Grass, die 1986 mit “Back To The Bible” ihre erste von bislang fünf LPs vorlegen. In den Folgejahren zahlreiche Auftritte in Europa und den USA sowie Backing Band für Künstler wie Peter Rowan, Jerry Douglas und Jim Eanes. 1992 einen Tag lang Mando-Spieler bei Curley Seckler & Nashville Grass; 1995 spielt Sam ein Set mit Ralph Stanley. Seine Lieblingsmandos: eine Gibson F-5 von 1926 und eine Gibson A-2 von 1918.

Kontakt: saemjuel@gmx.de
Web: www.sacredsoundsofgrass.de


limbeck Helmut Limbeck 91189 Rohr

Jahrgang 1966. Startet mit Bluegrassgitarre und beginnt mit 17 Mandoline zu spielen. Erstes Instrument ist eine Kentucky. In Stuttgart Mitglied der Band Sparkling Grain. Außerdem für zehn Jahre unterwegs mit Helmut and the Hillbillies. Bestreitet mit den Hillbillies viele Festivals in Europa; Höhepunkt war die Einladung zum Byron Berline Festival nach Oklahoma. Derzeit spielt er in der Cripple Creek Band Mandoline, Fiddle und Gitarre und singt. Seine Einflüsse kommen aus der traditionellen Bluegrassmusik, von Künstlern wie Bill Monroe, Stanley Brothers, Del McCoury und Ricky Skaggs. Mag am liebsten seine Gibson F-5L von 1992, spielt in der Band aber eine Godin A8.

Kontakt: helmut.l@onlinehome.de
Web: http://www.ccb.tc/
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Arne Maier 76287 Rheinstetten

Jahrgang 1964. Kam Anfang der 80er-Jahre durch seinen älteren Bruder mit Bluegrass in Berührung und lernte zunächst Flatpicking-Gitarre. 1985 Kauf der ersten Mando, eine Kentucky KM-650. Mitglied der Deep River Band, die sich 1998 auflöste, aber zuvor noch die CD The Old Road aufnahm. Im selben Jahr Gründung der Night Run Bluegrass Band, der er bis heute angehört. Arne bevorzugt den traditionellen Monroe-Style. Dazu passt seine Mando – eine Gibson F5L von 1994.

Kontakt: arsus@foni.net
Web: www.nightrun-bluegrass.de

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Trevor Morriss 82335 Berg

Jahrgang 1950. Aufgewachsen im Südosten Londons und in Cornwall, England. Mit 16 Jahren beginnt er Mandoline zu spielen und gründet mit seinen beiden Brüdern die Bluegrass-Formation Morriss Boys String Band, die noch heute unter dem Namen Morriss Bros. auftritt. Sie wirkt u. a. bei Bill Monroes Rosine Kentucky Festivals mit. Als mit die Ersten, die in England Bluegrass spielen, beeinflussen Trevor und die Band auch englische Folk-Kreise mit amerikanischer Musik. Zwei Jahre lang lebt er in den USA und Kanada und spielt dort in zahlreichen Bands. 1980 zieht er in die Nähe von München, gehört zum Line-up von Kentucky Bluefield und hinterlässt als Mando-Lehrer Spuren. So gehören Mark Stoffel und Rupert Paulik zu seinen Schülern. Heute ist Trevor vor allem mit der Band Matching Ties unterwegs. Auf der Bühne spielt er meistens eine Stelling-Mandoline von 1980, zu Hause eine alte Gibson A1.

Kontakt: trevormorriss@starnberg-mail.de
Web: www.matchingties.com

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Rupert Paulik 81241 München

Jahrgang 1974. Mit 8 Jahren klassische Musikausbildung am Violoncello, Klavier und Kontrabass. Mit 15 lernt er die Bluegrass-Mandoline kennen, es folgen drei Jahre Unterricht beim englischen Bluegrass-Innovator Trevor Morris. 1991 Mitglied von Bavarian Blue, eine der ältesten Münchner Bluegrass-Bands. Mitte der 90er Aufenthalt in Schottland; Beschäftigung mit Celtic Music, erste Eigenkompositionen. Von 2002 bis 2007 Mandolinenspieler und Fiddler bei Huckleberry Five. Autor der Akustik Gitarre. Seit 2008 neues Duo-Projekt Acoustic Works mit dem Fingerstyle-Gitarristen Hans Westermeier. Gibt seit 2002 sein Mando-Wissen als Lehrer und Dozent bei Musikseminaren weiter. Als Endorser für Eastman-Mandolinen spielt er eine MD-815.

Kontakt: info@mandolinenunterricht.de
Web: www.mandolinenunterricht.de

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jochen roßJochen Roß 22763 Hamburg

Jahrgang 1976. Der gebürtige Kasseler studiert klassische Mandoline und Klavier in Hamburg und absolviert anschließend ein Aufbaustudium im Fachbereich Alte Musik beim Lautenisten und Echo-Preisträger Joachim Held. Auszeichnung mit zahlreichen internationalen Preisen. Seit Herbst 2003 unterrichtet er an der Neuen Musikschule in Buxtehude bei Hamburg. Ständiges Mitglied von Malte Viefs HeavyClassic Band. 2003 lebt Jochen Roß sechs Monate in Schottland. Seine Liebe zur schottischen Musik setzt er 2009 in dem Projekt The Ten Islands mit Gitarrist Jens-Uwe Popp um. Darauf spielt er eine Fylde-Mandoline, genauer: eine Signature Single Malt Touchstone.

Kontakt: jochen@the-ten-islands.de
Web: www.the-ten-islands.de

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Jesper Rübner-Petersen 88453 Erolzheim

Jahrgang 1969, in Århus/Dänemark geboren. Wurde schon als Baby von seinem Banjo spielenden Vater mit Bluegrass beschallt. Beginnt mit 12 Jahren Gitarre zu spielen und gehört mehreren Oldtime- und Bluegrass-Bands in Dänemark an. Auftritte bei diversen Festivals in Skandinavien, Benelux, Deutschland, Slowenien und Österreich. Kauft mit 25 seine erste Mandoline. Im Juli 2000 zieht er nach Erolzheim und startet seine Karriere als Mandolinen- und Gitarrenlehrer, u. a. für Beppe Gambettas Sommer-Workshops. Spielt auf der Mando alles von traditionellem Bluegrass bis Bach, etwa im Duo Vibração. Jesper spielt eine Gibson F5L von 1996 und eine 2008er-Stiver F5 Custom.

Kontakt: jr_mandolin@hotmail.com
Web: www.myspace.com/jesperrubnerpetersen

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Philipp Schöppe 82284 Grafrath

Jahrgang 1978. Singt mit vier Jahren in einem Kinderchor, klassische Ausbildung an Klavier und Geige. Mit zehn Jahren zudem Schlagzeugunterricht. Weil ihn Bob Dylan fasziniert, bringt er sich das Gitarrespiel bei. An der Mandoline seit seinem 22. Lebensjahr. In seiner Hamburger Zeit als Singer/Songwriter unterwegs. Dann geht er nach England, um dort von der Musik zu leben. Einflüsse damals: Jerry Garcia und David Grisman, heute eher in Richtung Chris Thile orientiert. Zuletzt im Bluegrass mit Rüdiger Helbigs Huckleberry Five unterwegs. Seine Lieblingsmando: eine Holoubek F5 Serenade, handgemacht von Ondrej Holoubek in Lounovice, Tschechien.

Kontakt: phil.schoppe@gmx.net
Web: www.ruediger-helbig.de

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Ulrich Sieker 30926 Seelze

Jahrgang 1958. Beginnt 1970 Bluegrass-Mandoline zu spielen und gehört 1972 zu Bluegrass Express. Begegnet 1975 erstmals Bill Monroe und Kenny Baker. 1980 Gründungsmitglied von Groundspeed, mit denen er fünf Longplayer aufnimmt. Zu den Highlights seines Mando-Lebens gehören Tourneen mit Künstlern wie Dan Crary und Kenny Baker sowie Auftritte mit Bill Monroe, den Osborne Brothers und Mac Wiseman. Mehrere USA-Tourneen, die ihn unter anderem nach Nashville zum Fan Fest und nach Owensboro/Louisville zur IBMA führen. Als Studiomusiker beteiligt an zahlreichen Projekten. Songschreiber und Autor von Mandolin- und Fiddle-Instrumentals. Derzeit mit den Looping Brothers Matthias Malcher und Bernd Nollenberg unterwegs. Seine Mando: ein Master Model von Wayne Henderson.

Kontakt: ulrich-sieker@t-online.de
Web: www.groundspeed-looping.com

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Mark Stoffel Murphysboro, Illinois/USA

Jahrgang 1964. Seit 1979 mit der Mando verbandelt, durch Jack Tottles Buch Bluegrass Mandolin auf Bluegrass gestoßen. Gehört in den 80ern zum Line-up der deutschen Newgrass-Band Mainspring und gründet 1989 die Formation Shady Mix, die drei CDs veröffentlicht. 2001 Übersiedlung in die USA, dort mit eigener Band Etherton Switch unterwegs. Außerdem spielt er hin und wieder mit Chris Jones & The Night Drivers sowie Sally Jones & The Sidewinders. 2006 kommt die mit Nathan Clark George aufgenommene Weihnachts-CD A Midwinter´s Eve heraus. Mark spielt vorzugsweise eine Gilchrist F-5 von 1981.

Kontakt: mstoffel@mac.com
Web: www.markstoffel.com

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Michael Zumstein 79249 Merzhausen

Jahrgang 1959. Sollte mit 7 Jahren Geige spielen lernen. Nach weiteren Versuchen an Waldhorn, Klavier und Mundharmonika mit 14 bei der Gitarre gelandet. Hält 1981 eine Waldzither für seine erste Mandoline, die er für 40 D-Mark auf dem Flohmarkt ersteht. Nach fleißigem Studium einschlägiger Akkorde fällt ein Jahr später der Entschluss, sich die erste tatsächliche Mandoline zu kaufen: ein F5-Modell von Washburn mit edlem Formkoffer. 1982 ist auch das Geburtsjahr seiner ersten Bluegrass-Band, Tequila Turnpike. Später spielt er eine Gibson-F4 von 1923, bis 1990 eine Flatiron Artist ins Haus kommt, sein Lieblingsinstrument noch heute. Aktuelle Band: Blue Side Of Town.

Kontakt: info@zumstein-design.de
Web: www.bluesideoftown.de

3 Gedanken zu „Mando-Spieler in D

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