Gabba Gabba Chop Chop

Angesichts der Wildheit – oder besser: parodistischen Wildheit? – von Hayseed Dixie und meiner alten Liebe zu Punk und New Wave suche ich immer weiter nach Querverbindungen zum Bluegrass. Gerade fällt mir aber nichts Vergleichbares ein. Auch „Newgrass“ kann ja nicht als Punkbewegung innerhalb des Bluegrass durchgehen, obwohl die Richtung stimmt. Aber auch bei den modernen Formen des Bluegrass bleibt es meistens dabei: Solistische Fähigkeiten sind gefragt, Dilettantismus nicht. Und Solos waren im Punk ja verpönt, da ging es vor allem um pure Energie und Haltung. Das fällt mit elektronischen Instrumenten zunächst auch leichter, weil das immer irgendwie nach was klingt, auch wenn man nicht besonders gut spielt. Vielleicht lehne ich mich hier auch ein bisschen weit aus dem Fenster, weil ich ja kein erfahrener langjähriger Bluegrass-Hase bin. Gern lasse ich mich eines Besseren belehren.

Manchmal aber gibt es erstaunliche Querverbindungen. Einer der Urväter des US-Punk und seit Ewigkeiten als Gitarrist mit Patti Smith unterwegs ist Lenny Kaye. Und eben dieser Kerl hat gemeinsam mit Country-Outlaw Waylon Jennings dessen Autobiografie erarbeitet. Das ist natürlich schon wieder Jahre her und Jennings seit 2002 tot, mir war´s bis dato aber unbekannt. Genauso wie die Tatsache, dass Richard Hell, ebenfalls Ur-Punk und gemeinsam mit Tom Verlaine Gründer von „Television“, aus Lexington in Kentucky stammt. Wenn sich da nicht irgendwie ein Verwandter mit Bluegrass-Vergangenheit recherchieren lässt, will ich Patty Loveless heißen …

3 Gedanken zu „Gabba Gabba Chop Chop

  1. Die Querverbindungen Country/Punk fingen schon mit der Keimzelle des New Yorker Punk an, dem CBGB Club. CBGB steht als Abkürzung für Country, BlueGrass, and Blues. Ohne das CBGB wäre Punk wahrscheinlich nie in London angekommen. Television, Blondie, die unvergessenen Ramones…

    Ohne Bands wie Jason & the Scorchers und den Supersuckers hätte ich Country wahrscheinlich gar nicht für mich entdeckt. Obwohl, das erstemal das ich wirklich Country geil fand verdanke ich Elvis Costello. 1981, das Almost Blue Album.

  2. Pingback: Notizblog No.35 : slidetone.blog

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