Stofflieferer #4: Gillian Welch

Man kann nicht alles kaufen und nicht alles haben. Manchmal plagt mich trotzdem das schlechte Gewissen, dass keine CD von Gillian Welch im Regal steht. Wohl aber Platten anderer Künstler, auf denen Songs von ihr zu finden sind, Chris Thile beispielsweise, der ihr „Wayside/Back in time“ für seine jüngste CD aufgenommen hat – eines der stärksten Stücke des Albums. Gillian Welch begegnet uns relativ häufig: bei „Red Wine“, die „Winter´s come and gone“ aufgenommen haben, oder bei Solomon Burkes „Nashville“-CD, wo er „Valley of Tears“ interpretiert. Oder mit „Orphan Girl“ in der Version von „Crooked Still“. Dabei wirkt Gillian Welch gar nicht übermäßig produktiv, jedenfalls nicht, was den Output eigener CDs angeht. Seit 1996 hat sie vier Platten veröffentlicht, die bislang letzte, „Soul Journey“, erschien im Sommer 2003. Aber irgendwie ist sie trotzdem allgegenwärtig. 2004 war sie mit ihrem musikalischen Partner David Rawlings sogar mal in Europa unterwegs – im Vorprogramm von Norah Jones! Also irgendwann fordert es der Anstand, sich mal mit ihren Originalen zu befassen. Über diesen Krokodilsversand via Amazon sind die CDs ja relativ günstig zu bekommen. Und dann beginnt das große Wundern, wie die Songs ursprünglich geklungen haben. Das ist die große Aufgabe interpretierender Künstler: die Substanz eines Stücks erkennen und für sich umsetzen, dass es wie ein eigenes wirkt. Doch wir werden nicht müde, auf die Urheber hinzuweisen – wie auf Gillian Welch.

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