Man stimmt sich ja sonst nichts

Scheinwerfer lodern, Körperwärme mischt sich mit Heizungsluft, Holz atmet: Wie gern verstimmen sich doch bei diesen Verhältnissen unsere kleinen Lieblinge! Deswegen dachte ich mir gestern abend beim Konzert unserer kleinen Bluegrass-Band in Köln, ich sollte vielleicht mal die Stimmung kontrollieren, bevor ich im nächsten Lied akzentuiert die A-Saiten ins Spiel bringe. Stimmgerät an, eine A-Saite nachgezogen, passt! Und dann angefangen zu spielen, und es stimmte sowas von gar nicht mehr. Peinlich. Nun weiß man ja nie, wie das Publikum so etwas hört oder ob überhaupt. Aber es bringt mich zu dem ewigen Stress mit Stimmgeräten – zumindest mit denen, die auf Vibrationen reagieren und sogar in lauter Umgebung funktionieren sollen. Also sogenannte Anstecktuner. Ich hab den kleinen quadratischen Intelli-Tuner. Warum zeigt er mir an, dass alles ok ist, obwohl es kurz darauf ganz anders klingt? Bin ich zu blöd? Gibt es geheime Tricks, um ihn zur Vernunft zu bringen? Womöglich tummeln sich irgendwo im Internet in einem Forum lauter Tuner-Nutzer, um sich über diese Geheimwissenschaft auszutauschen. Die Einstöpsler haben´s da leichter, können sich einen guten Korg anschaffen ohne flackernde Pfeile oder Ähnliches und sich drauf verlassen. Als ob das Bühnengetümmel nicht schon genug wäre, dann muss man sich auch noch Sorgen ums Stimmgerät machen. Es tröstet mich immerhin, dass auch andere Nutzer über Unstimmigkeiten mit den Dingern klagen. Nun ja, die Industrie schläft nicht, wir haben Menschen zum Mond gebracht, dann wird es ja wohl auch möglich sein, dass eines Tages …

Konzert war trotzdem schön. 440 Hertz hin oder her. Hauptsache, mit dem Herzen dabei. Häch.

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