Strummer oder Picker?

Warum nannte sich der ehemalige Clash-Sänger John Graham Mellor eigentlich Joe Strummer? Weil er auf der Gitarre immer alle sechs Saiten anschlug, also das „Strumming“ bevorzugte oder gar nicht anders konnte – jedenfalls zu Beginn seiner Karriere. Diese Erklärung hat er selbst abgegeben, zu hören in Julien Temples Film-Dokumentation „Joe Strummer. The Future is unwritten“. Hab mir den Film gestern auf DVD zugeführt – nicht ganz unanstrengend zu sehen, weil sehr schnell geschnitten. Außerdem muss man mit dem Lesen der Untertitel erstmal hinterherkommen: die ollen Punker sprechen ja kein feines Schulenglisch. Die Untertitelei war auch nicht immer von Sachkenntnis beflügelt. So hieß Tim Hardin in den deutschen Schrumpfsätzen „Harden“. Naja. Der Film lohnt sich trotzdem, weil er die Verrücktheiten einer bestimmten Zeit widerspiegelt. Und schön dran denken: Am 22. Dezember jährt sich Joe Strummers Todestag zum fünften Mal – da ist eine Gedenkminute (oder ein zweistündiges Filmgucken) angesagt.

Diese Art des Künstlernamens ist jedenfalls nicht schlecht, hat was Programmatisches. Mandolinenspieler könnten sich beispielsweise „Dick Doublestopper“ nennen oder „Jim Crosspicker“. Oder von mir aus „Ricky Downstroke“. Auch Doppelnamen wären denkbar, etwa „John Licks-Phrases“. Nä, wat albern.

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