Einkehr mit Hörnchen

Lange Winterabende. Frühe Dunkelheit. Die Stunden vergehen quälend langsam. Die Gedanken gehen weit zurück, in die 90er-, die 80er-, die 70er-Jahre. Wozu das alles? Und plötzlich die Erkenntnis, warum alles so sein musste, wie es war: Der Weg hat uns zur Mandoline und damit zu innerer Erfüllung geführt! Preist das Instrument! So nimm denn meine Saiten und führe mich! Ein fester Chop ist unser Gott! Oh du fröhliche! Nein wirklich, wer kann denn in ein derartiges Lobsingen einstimmen? Bassisten etwa, denen im Lauf der Zeit zwar gegeben wurde (eine fünfte Saite), die aber in ihrer Rhythmusarbeit ein Sandmännchendasein führen und sich über sich selbst langweilen? Oder Paukisten, die glaubten, mit Hilfe ihres Instrumentes endlich einmal überhaupt wahrgenommen zu werden in ihrem Menschsein? Stattdessen blicken sich die alten Damen im Konzert verängstigt im Saale um, ob er wohl einstürzen möge, so denn gerade ein Paukenschlag ertönt ist? Oder Trompeter, die ihre Backen blähen können, wie sie wollen: Es werden doch nie Puttenengel aus ihnen. Nein, die besinnliche Adventszeit fördert glasklar diese Einsicht hervor: Der Mandolinenspieler ist eins mit seinem süßen Hörnchen, er herzt es fast immer und denkt schon jetzt darüber nach, was er ihm zum Christfeste darbieten könnte. Es wird ihm schon was Schönes einfallen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s