Keine Hüllen um die Dixies

Am 15. Februar erscheint das neue Album von „Hayseed Dixie“. Es wird den Titel tragen: „No Covers“. Und tatsächlich verlassen sie den Pfad, der bislang ihren Erfolg ausgemacht hat – Rockklassiker von Kiss, AC/DC und anderen hernehmen, ins Hochtempo-Bluegrass-Gewand stecken und das Ganze wild performen. Also stammen die 14 Songs der neuen Platte aus eigener Feder. Und noch etwas verändert sich: Die Band hat die Hälfte der Stücke mit E-Gitarre, E-Bass und Drums eingespielt. Auf den Geschmack sind die vier während ihrer Tourerei in Europa gekommen, wo sie immer wieder mit Rockbands aufgetreten sind, die einfach einstöpselten und Krach machten. Das wollten sie jetzt offenbar auch. Mandoline und Banjo gehören auch bei diesen Songs dazu, aber der Bluegrass-Touch fehlt, es werden konventionelle Rocker draus. „Der Rockgrass-Kreis hat sich geschlossen“, kommentiert diese Entwicklung das Presseinfo zur neuen CD. Aber irgendwie zündet das nicht wirklich. Mechanisch steht abwechselnd ein Rocksong neben einer Bluegrassaufnahme, voraussehbar bis zum Schluss des Albums – eine Verschmelzung sieht anders aus. Und konnten sich HD bislang großartiger Stücke bedienen, so muss nun das eigene Songwriting den Test bestehen. Ein „befriedigend“ würde ich dafür geben. Das ist alles nicht wirklich schlecht, reißt einen aber auch nicht begeistert hoch.

Jedoch sind es HD offenbar leid, als Comedy-Act durch die Gegend zu ziehen. Die Themen der Texte drehen sich nicht ausschließlich ums Saufen und um die Frauen. Der Opener des Albums, „Bouncing Betty Boogie“, befasst sich mit der Perfidität von Landminen, und „Born To Die In France“ mit der Sinnlosigkeit eines Kriegs. Möglicherweise ist „No Covers“ für HD ein Zwischenstadium auf der Entwicklung zu einer ernstzunehmenden Band. Ich schätze allerdings, dass die Leute immer wieder Kiss- und AC/DC-Covers hören wollen. Diese Geister werden die Mannen um Frontmann John Wheeler nicht mehr los. „No Covers“ erscheint übrigens wieder bei „Cooking Vinyl“. Für alle, die einmal nachvollziehen wollen, wie es mit Hayseed Dixie begann, folgt hier ein kurzer Dokumentarfilm – in typischer HD-Art.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s