Was auf die Knochen

Der Mensch ist ja ein merkwürdiges Subjekt: Er weiß alles irgendwie zu verwerten. Früher, in der harten Zeit, blieb beispielsweise von einem geschlachteten Tier nichts übrig – Haut, Fleisch, Darm, Augen, Knochen, für jedwedes Teil gab es einen Verwendungszweck. Heute hierzulande Geschichte. Auch im Bereich der Musik: Darmsaiten sind größtenteils nicht mehr aus Eingeweiden hergestellt, sondern aus Kunststoff. Doch es gibt noch mindestens ein Feld für Natur-Fetischisten – den Plektren-Markt. Würde man alle Posts zum Thema Plektrum aus diversen Foren zusammentragen, der mehrfache Umfang einer Bibel käme wahrscheinlich dabei heraus. Immer wieder wird unter Mandolinisten die eine Frage gestellt: Which picks do you use? Ein schier unendlicher Kosmos tut sich da auf. Und in diesem Universum aus Plastik, Tortoise und Metall finden wir auch tierische Produkte. Neulich las ich von Plektren, die aus dem Horn des Wasserbüffels gewonnen werden. Oder aus ollen Kamelknochen. Oder aus Ottergeweihen. Oder aus Hamsterbackenzähnen. Oder aus der gehärteten Rute niedergestreckter Wüstenfüchse. Der Plektrumfetischist findet dabei nichts, er probiert alles aus und hört dabei das Gras wachsen. Nur eins will auch er nicht: Aus Eisbärbabys gewonnene Plektren. Finger weg von der armen Flocke!

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Picks aus Kamelknochen, gesehen bei Janet Davis.

Ein Gedanke zu „Was auf die Knochen

  1. Mammutstoßzahn wird in unserem Forum gerade diskutiert.
    Mir hat mal jemand ein Filzplektrum geschenkt welches extra für die Mandoline sein sollte. Da bin ich aber nicht mit zurecht gekommen.

    Gruß Lothar

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