Einarmig, aber kein Bandit

Den einen trifft dieses Schicksal, den anderen jenes. Als Mandoliniker haben wir in dunklen Stunden die Befürchtung, wir könnten beispielsweise einen Finger der Greifhand verlieren oder die Bewegungsfähigkeit der Tremolierhand einbüßen. Man kennt ja diese Geschichten. Doch die, die es tatsächlich trifft, entwickeln manchmal erstaunliche Energie. So geschehen im Fall Bert Amend. Der spielte Mandoline und andere Instrumente. Doch um die Wende zum 20. Jahrhundert verlor er bei der Arbeit in einer Mühle seinen rechten Arm. Nun ließ sich der gute Bert aber nicht hängen, sondern erfand Vorrichtungen, die ihm weiterhin erlaubten zu musizieren. Seine Erfindungen kamen nicht nur den Mandolinisten mit Handicap zugute, sondern auch Autoharp-Spielern und Pianisten. Auf manche Konstruktion erhielt er sogar ein Patent. Und damit nicht genug: Er gründete auch noch eine Band, die aus lauter Einarmigen bestand! Kein Karnevalsscherz! Die Truppe war Anfang des 20. Jahrhunderts bei Vaudeville-Shows gefragt. Dieser Geschichte hält das Wort: „Besser arm dran als Arm ab“ offenbar nicht stand. Die Geschichte lässt sich hier nachlesen. Wer aber vorhat, in Zukunft ein kleiner Sam Bush oder sowas zu werden, der sollte sehr gut auf seine Arme achten. Und auf keinen Fall in einer Mühle arbeiten.

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