KM-1500: Kentucky-Legende nochmal neu

Ums kurz zu machen: Für Freunde der Bluegrass-Mandoline ist die Frankfurter Musikmesse 2008 kein Eldorado und fast frei von Überraschungen. Groß ist die Zahl der Instrumente im unteren bis mittleren Preissegment, aber ab 1000 Euro wird die Luft dünner. Furch hat in diesem Jahr noch nicht einmal eine einzige Mando am Stand – deutet sich da die Abkehr des Tschechen von den Zwergengitarren an? Am Prucha-Stand konnte ich zwei Exemplare entdecken. Eastman verfügt über eine riesige Produktvielfalt, zu sehen sind aber nur vier Modelle, darunter das Topinstrument 915, aber auch eine Totalenttäuschung: die 604, eine A-Mando mit ovalem Schallloch, die wirklich schütter klang.

Schon mehr zu sehen gab´s bei Saga Musical Instruments, nämlich eine ganze Reihe von Rover- und Kentucky-Mandos inklusive des Topmodells KM-1000. Aber das war natürlich auch vergangenes Jahr schon zu bestaunen – genauso wie die Tora Bora Boys wieder Neugierige lockten, Sagas Firmenkapelle mit Chef Richard Keldsen an der Gitarre und dem Marketing-Manager an der Mando. Nur Banjomann Silvio Ferretti arbeitet nicht bei Saga sondern bei „Red Wine„. Immerhin kann ich für Kentucky eine Sensation verkünden: Saga plant, die legendäre KM-1500 neu aufzulegen! Die Auferstehung der 1000er war also nur die Vorstufe zu größeren Taten. Allerdings haben sich die Saganer da einiges vorgenommen, schließlich wurde die 1500 in den 80ern vom japanischen Meister Sumi gebaut. Aber Richard Keldsen zeigte sich im Gespräch optimistisch, das was Gutes rauskommt. Mittlerweile besitzt er eine originale Loar-Mando von Gibson und gedenkt offenbar, sich daran zu messen. Das wollen sie ja irgendwie alle, nun ja. Aber mit der KM-1500 hat das schonmal gut geklappt. Meine stammt aus dem Jahr 1983, wie ich mich gestern nochmal vergewissern konnte: 25-jähriges Jubiläum! Und als ich abends wieder zu Hause war und noch ein bisschen drauf gespielt hab, konnte ich mich gelassen zurücklehnen: Das war die beste Mando, die ich den ganzen Tag über in den Händen gehabt hatte. Herrlich, ohne Frust von einer Musikmesse kommen!

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Die Tora Bora Boys gestern am Stand von Saga mit Chef Richard Keldsen (r.)

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