Wahre Leidenschaft

Hin und wieder widmen wir uns in grenzenloser Offenheit den Musikkulturen anderer Länder. Heute geht es um den Popsong in Korea, zu dem wir ein vielsagendes Beispiel liefern. Von der Leidenschaft des Schlagzeugers (und irgendwie sind wir Mandolinenspieler ja auch Rhythmusknechte) darf sich hier so manch ein müder Mitmusiker mal eine Scheibe abschneiden! Bitteschön:

Easy Slider in der Turnhalle

Als Bluegrass-Freund in Deutschland muss man seine Äuglein immer schön offen halten. Denn weil wir hier nicht allzu verwöhnt mit hochklassigen Konzerten des Genres sind, gilt es, selbst kleinsten Hinweisen nachzugehen. Da kann es sein, dass unsereins auf einer Veranstaltung landet, die in keiner Hinsicht für einen gedacht ist. Theoretisch könnten dazu Briefmarkensammlertreffen, Urologen-Kongresse oder Kameradschaftsabende der Feuerwehr gehören. Im konkreten Fall geht es allerdings um einen Biker-Gottesdienst in Dillenburg-Frohnhausen. Ich habe keinen entsprechenden Führerschein, kein passendes Outfit und gehe fast nie in die Kirche. Und trotzdem gibt es einen Grund, sich mit dem Gedanken zu tragen, dort aufzulaufen: ein Auftritt von „Sacred Sounds Of Grass„, jener Bluegrass-Band, in der sowohl einer der besten Banjo-Spieler Deutschlands (Thilo Hain) als auch einer der fähigsten Mandoisten hierzulande (Sam Hain) mittun. Das Ganze steigt morgen vormittag um 11 Uhr. Wer die Band nicht auf dem Bühler Bluegrass Festival oder sonstwo gesehen hat, bekommt dort Gelegenheit dazu. Und wer Motorradkluft zu Hause hat, fällt noch nichtmal auf. Oder vielleicht doch: indem er statt auf PS-Bolzen an Mandoline oder Banjo herumschaut. Wo Ihr auch seid, man erkennt Euch doch!

Vibrationen zu dritt

Mohamed-Karikaturen sind seine Sache nicht, nein, dieser Däne kümmert sich lieber um acht Saiten statt um Zeitungsseiten und beeindruckt mit einer gehörigen Portion Virtuosität: Jesper Rübner-Petersen, einer der besten in Deutschland lebenden Mandolinenspieler. So mancher kennt ihn von seinen Workshops, andere von seiner Arbeit im „Duo Vibração“ mit Oliver Waitze als Partner an verschiedenen Gitarren. In Kürze, nämlich am 20. Juni, wird die erste CD der beiden erscheinen – auf Peter Fingers Label „Acoustic Music“. Auf „A Jazzy Note“ werden sie unterstützt von Joscho-Stephan-Bassist Max Schaaf. Der Titel verrät es schon: Bluegrasser werden nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, obwohl mit dem „Panhandle Rag“ ein Bluegrass-Swing mit an Bord ist. Vor allem werden wohl die Liebhaber rasanter akustischer Musik aufhorchen: bei Choros (Tico Tico), Swing (Jethro´s Tune), Dawg Music (Don´t eat my dog) und Kompositionen von Charlie Parker und Django Reinhardt. Schließlich dürfen wir bei aller Blaugras-Begeisterung nicht vergessen, dass die Mandoline eine Allzweckwaffe ist. Wie demnächst hier zu hören:

Bieriges macht paranoid

Nun ist ihre letzte volle Woche in Europa angebrochen und bald müssen sie wieder zurück nach Nashville, die Stringdusters. Wenn man so bedenkt: Seit sie hier sind, hat es kaum geregnet, sondern meistens die Sonne geschienen. Ob ihnen schonmal jemand gesagt hat, dass es nicht immer so ist? Sonst erzählen die zu Hause im „Station Inn“, Deutschland im Mai sei sonnenverwöhnt und klimatisch sehr angenehm, im Gegensatz zum heißen Nashville. Außerdem bürgt Deutschland für „Bieriges“, wie sie im heutigen fünften Teil ihrer Videosaga berichten. Und sie erfahren, dass sie auf derselben Bühne spielen, wo 1969 Black Sabbath aufgetreten sind. Eine Nachricht, von der sie sich verständlicherweise kaum erholen können.

Freizeitgestaltung auf Tournee

Termine hier, Termine dort, müde am Abend, müde am Morgen, aber noch am leben: moi! Und die Zeit reicht immer noch, Euch zum Wochenende das Video Nr. 4 von der Europa-Tournee der „Infamous Stringdusters“ zu liefern. Diesmal beobachten wir unsere Lieblinge beim Fechten, Reiten und Tretauto fahren. Und natürlich beim Musizieren – ganz kurz wird eines meiner Lieblingslieder, „Poor Boy´s Delight“, geboten. Damit träum ich mich glatt in den Samstag. Hoffentlich werd ich zeitig wieder wach, spiel morgen mal wieder DJ. Eine Bluegrass-Party müsste man mal feiern, mit lauter Musik von CD, da wär bestimmt ne Riesenstimmung – unter den 16 Besuchern. Okay, über innovative Projekte denke ich besser ein andermal nach. Bitte Jungs: Film ab!

Nachricht vom SWR

So was passiert einmal im Millennium: Schalte gestern abend das Radio ein, gehe auf SWR 1 und höre – die „Infamous Stringdusters“ mit „Starry Night“. Auf einem Sender, der sich tagsüber vor allem durchs Abspielen von Oldies profiliert. Nun ja, die Redaktion der Sendung „Kopfhörer“ will natürlich ihr Live-Konzert mit den Stringdusters featuren, das an diesem Samstag in Baden-Baden steigt. Wann allerdings Mitschnitte davon zu hören sein werden, weiß derzeit noch nicht einmal die Redaktion selbst. Bis Samstag will sie´s allerdings nach Auskunft von Otto Meyer wissen und beim Konzert verkünden. Ob ich´s dann auch rechtzeitig erfahre, um Euch den Sendetermin mitzuteilen, das weiß wohl nur der Intendant. Aber wer diese Woche abends „Kopfhörer“ einschaltet, könnte durchaus noch auf das eine oder andere Stück der Saitenputzer treffen. Oh, deutsches Radio, hab Dank.

Beatle George hobelt für Janice

Offenbar gibt es auch im englischen TV „Dschungel-Camps“, in die B- und C-Prominente gesteckt werden, um sie aller Welt in Extremsituationen zu zeigen. Im vergangenen Herbst war das Ex-Model Janice Dickinson mit von der Partie. Und weil es in diesen Dschungellagern sehr langweilig ist, erzählen sich die Insassen dies und das. Bei der Gelegenheit hatte Janice eine Geschichte beizutragen, die so geht: Sie war angeblich mit George Harrison zum Essen verabredet und er zeigte sich an dem Abend sehr geduldig und auskunftsfreudig. Anschließend begleitete sie ihn ins Hotel und ging mit auf sein Zimmer und dann … nein, nicht was Ihr denkt! O-Ton Jan: „He brought out a mandolin and I sat there by his feet and he played anything I asked.“ Was sagt man dazu?! Gegen fünf Uhr morgens will sie das Hotel verlassen haben, nicht ohne George vorher gesagt zu haben, dass dies die unglaublichste Nacht ihres Lebens gewesen sei. Nun stand das alles in der „Sun“ zu lesen und man soll nicht alles glauben, was die „Sun“ schreibt, aber dennoch: Einem Top-Weib mit dem Hobel eine unvergessliche Nacht zu bereiten – wenn uns das nicht die herrlichsten Perspektiven für unser Lieblingsinstrument eröffnet, uns Selbstwertgefühl und Charme verleiht. Janice, Du hast mir damit die schönste Dschungelcamp-Geschichte meines Lebens geschenkt. Danke.