Zwischen Vollkrach und intimer Stunde

Jawohl, Mandolinenfreunde, ich habe gestern nicht geprahlt: Es gab tatsächlich drei Mando-Workshops beim EWOB. Der erste offizielle Kurs stieg Freitagmittag, war für Anfänger und schlauer werdende Anfänger gedacht und übervoll – rund 25 Leute, aufgeteilt in vier Gruppen, alle in einem Raum. Das Grauen. Geübt wurde am Klassiker „Old Joe Clark“ und teilweise an „Big Mon“. Man kann sich den Geräuschpegel vorstellen. Außerdem versage ich immer komplett, wenn ich ein Stück mal eben durch Zuhören und -sehen nachspielen soll. Selbst wenn es ein schlichtes wie das vom alten Joe ist, das mich zudem nie interessiert hat. Also abhaken die Stunde. Das gute daran: Workshop-Leader Kevin Lynch sah das große Interesse und bot für den nächsten Vormittag, 11 Uhr, einen außerplanmäßigen Termin an, als Fortsetzung sozusagen.

Und das hatten wohl die meisten vergessen (oder am Vorabend dem Alkohol zu sehr zugesprochen). Denn nur vier Schüler kamen, und so hatten jeweils zwei einen Lehrer. Also saßen ein Kollege aus Utrecht und ich in trauter Runde mit Kevin Lynch und konnten uns in aller Ruhe allerhand zeigen lassen: Übungen zum Aufwärmen und vor allem Tremolo-Geschichten. Die komplette Entschädigung für den Freitagmittag. Sehr hilfreich und entspannt.


Martino Coppo beim Jammen: mal seelig, mal konzentriert.
(Foto: Fisherman)

Und gleich anschließend folgte die Advanced-Werkstatt, zu der Kevin Lynch und Martino Coppo als Referenten beitrugen. Wieder war Tremolo ein Thema und Coppo, Mando-Spieler von „Red Wine„, hatte eine Geduldsübung für die rechte Hand parat. Dabei wird immer ein Saitenpaar angeschlagen, langsam zunächst, immer mit Up- und Down-Strokes. Dann wird das Tempo dreimal verdoppelt – hin zum Tremolo – und wieder aufs Ausgangstempo zurückgeführt. Beide Dozenten rieten dringend zum Gebrauch eines Metronoms beim Üben und zu einer niedrigen Startgeschwindigkeit.

Tempo ist die eine Sache, aber aus dem Tremolo herauszukommen ins richtige Timing eines Songs die für mich größere Schwierigkeit. Da hilft wohl nur üben und den Rhythmus eines Stücks verinnerlichen, um schnell wieder hineinzufinden. Außer Mando-Fragen ging es in dem Workshop auch um Band-Probleme, die hier an anderer Stelle zu Wort kommen sollen. Es war insgesamt jedenfalls angenehm, den beiden zu lauschen und ihre Anregungen mit nach Hause zu nehmen. Und gespielt haben sie dann ebenfalls noch was – „Big Mon“. Eine zweistimmig gespielte Passage war auch mit drin. Da ging einem doch glatt die Hose auf. Martino und seine Gilchrist, Kevin und die Gibson: Ihr seid mir schon ein dolles Quartett.

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