Fünfte Generation und der Weg zum siebten Himmel

Was soll man sagen? Es war erste Sahne. Oder amtlich. Möglicherweise fantastisch. Auf jeden Fall war der Auftritt der „Infamous Stringdusters“ gestern abend auf Haus Opherdicke bemerkenswert hochklassig. Im Grunde dürften nur diejenigen meckern, die ausschließlich auf Highspeed-Bluegrass stehen. Dem wahren Musikfreund aber ging das Herz auf. Die Stringdusters zeichnen nicht nur ihre intelligenten Eigenkompositionen aus, sondern genauso ihre Arrangements, ihr Timing, ihre unglaubliche Dynamik und natürlich ihre Virtuosität. Wenn die sechs Jungens in einem Song das Tempo rausnehmen und/oder faszinierend leise spielen, kommt diese Stille förmlich auf einen zu. Eine offensive Stille, die sofort das Kommando übernimmt und jeden im Saal brandmarkt und mit Bann belegt, der in diesem Moment eine leere Bierflasche umstößt oder quasselt. Vokal, instrumental und unterhaltungstechnisch waren sie obenauf. Nur mental mussten sie noch ein wenig mit dem Ausflug nach Amsterdam am Vortag kämpfen. Sechs Heineken für die Stringdusters! Obwohl, unter uns: Von Kater keine offensichtliche Spur.

Was den Herren so auf der Europatournee widerfährt, lässt sich in ihrem Videotagebuch auf Youtube verfolgen – Teil 1 siehe oben. Drei Teile gibt es inzwischen, dazu eine Reihe mitgefilmter Konzertausschnitte vorangegangener Gigs in Deutschland. Gestern abend waren sie auch voll des Lobs übers Publikum – obwohl das ja ein gängiger Showspruch ist: You were the best audience we had on our tour usw. Man kennt das. Great crowd. Aber tatsächlich wurden sie enthusiastisch gefeiert gestern im Ruhrgebiet. Und an anderen Orten scheinen die Reaktionen teilweise verhaltener ausgefallen zu sein. So ließ es sich jedenfalls aus Gesprächen mit den Musikern entnehmen.

Welche Mandoline nun Stringduster Jesse Cobb spielt, seit wann er das tut und wo es die Stringdusters auf ihren Konzertreisen am meisten gegruselt hat – davon morgen mehr. Viel Spaß bei den Filmen und Dank an Rainer Zellner für den entsprechenden Kommentar.

2 Gedanken zu „Fünfte Generation und der Weg zum siebten Himmel

  1. Verhaltene Reaktion gab es gegenüber der Show derStringdusters? Das ist schwer vorstellbar. Ich finde, Aplaus, der zu diversen Zugaben führte, war für die Lutherstadt Eisleben, den Osten, da wo der Bluegrass nicht unbedingt beheimatet ist, sehr respektabel. Wie viele Zugaben gab´s denn in Holzwickede?

  2. Keine Panik, weiß nicht, wie viele Zugaben es waren und hatte auch kein db-Messgerät zur Applauslautstärkemessung dabei. Im Zweifel war es dann doch nur ein Showspruch oder das subjektive Empfinden der Musiker an diesem speziellen Abend. Wer weiß, was die sich in Amsterdam reingepfiffen haben außer Heineken, hihi …

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