Entgleiste Züge dank Lupe

Hallo Freunde! Habt Ihr das auch gesehen gestern abend? Diese Superzeitlupe von Michael Ballack beim Wegtreten des goldenen Freistoßes gegen Österreich? Dieses Gesicht, dass zunächst aussah, als habe man ihm heftig ins Gemächt gekniffen, das sich dann aber wandelte in ein Strahlen höchster Erfüllung? Was ist der Mensch doch für ein geheimnisvolles Wesen. Wovon wir nichts wüssten, gäbe es die moderne Kameratechnik nicht. Bei der Gelegenheit fiel mir aber ein, wie froh ich bin, dass derartige Zeitlupen in Bluegrass-DVDs nicht vorkommen. Ich will gar nicht wissen, welchen Ausdruck Sam Bush seinem Gesicht verleiht, wenn er zu einem seiner hochschnellen Soli ansetzt und mit welcher mimischen Erleichterung er nonverbal den letzten Ton kommentiert. Ich möchte den Eindruck behalten, dass dies alles mühelos und mit großer Gelassenheit über die Bühne geht – also letztlich, dass Bild und Ton eine Einheit bilden. Wie sollte man beispielsweise damit leben, wenn man Chris Thile fingerflink spielen hört, aber entsetzt ist, wenn eine Superzeitlupe dazukommt und er in Wahrheit die übelsten Grimassen schneidet? Also sowas bitte nur im Fußball oder im Naturfilm, wenn ein Regentropfen auf ein Marienkäferchen kracht. Aber Mando-Gesichter brauche ich in Realtime.

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