Lovely Lovells

So ganz ohne Ton und Bild kann man das Kapitel „Lovell Sisters“ nicht abfertigen – deswegen hier „I´ve forgotten you“, zwar schon über ein Jahr alt und ohne Duff-Mando, wenn ich das richtig sehe, aber trotzdem ne schöne Nummer mit einem hübschen Solo von Rebecca Lovell. Bekannt geworden ist das Stück wohl durch Rhonda Vincent, aber hier darf die Jugend mal ran.

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Picnic mit Rebecca und Duff

Es ist zwar schon wieder fast einen Monat her, seit das „Picnic Festival“ im belgischen Namur stattgefunden hat. Doch gestern erreichte mich ein Augen- und Ohrenzeugenbericht: Oliver Waitze von der Solinger „New Acoustic Gallery“ schwärmte von der Stadt, der Atmosphäre und der Musik in Namur. Vor allem die „Lovell Sisters“ hatten es ihm anscheinend angetan, besonders Mandolinenspielerin Rebecca Lovell. Oder war es doch eher ihre Duff-Mando? Wahrscheinlich, denn der Mann ist doch glücklich verheiratet! Von hier aus Grüße an Bettina! Jedenfalls scheint Rebecca sehr nett zu sein, zumindest so nett, dass sie einen mal auf ihrer Duff spielen lässt. Was man aber nicht unbedingt tun sollte, weil sich dann Mandolinen-Frust einstellen könnte, also Frust mit dem eigenen Instrument. Aber stehen wir da nicht drüber?

Fazit: Selbst wenn im nächsten Jahr nicht wieder Rebecca und Duff auflaufen sollten, scheint Namur ein attraktives Festival zu sein – nicht nur für uns Nordrhein-Westfalen, die wir relativ schnell in Belgien sind. Das holländische EWOB im Frühling, das belgische Picnic im Frühherbst: So gliedert sich das Jahr aufs Feinste.

Rebecca und ihre Duff beim Picnic Festival, Foto: Jacques Leurquin

Mandolin Brothers statt Lehman Bros.

Mit mir wurde geschimpft. Ich täte ja gar nicht mehr oft genug schreiben. Stimmt ja auch. Aber wenn die Inspiration fehlt und es an Lust mangelt? Es gibt ja immer wieder diese Aufs und Abs. Immerhin aber hat dieses Blog solche Wellenbewegungen bislang überlebt – was ja nicht jedes US-amerikanische Bankhaus von sich behaupten kann. Ob es die Lehman Brothers gibt oder nicht, geht uns nicht sehr nah. Uns interessieren die Mandolin Brothers in New York viel mehr und die existieren auch noch. Wir legen unser Geld in Sachwerten (Mandos, Tailpieces, Brücken, Saiten, Picks, Koffer) an statt in windige Papiere. Damit werden wir eines Tages glänzend dastehen.

Bei dieser Gelegenheit an diesem dunklen Frühherbstabend würde mich mal interessieren, ob einer aus der geschätzten Leserschaft bei dem Treffen in Greven dabei war, wo es um ein neues Bluegrassfestival gehen sollte. Man kommentiere oder maile doch mal, wie es und was denn so dabei herausgekommen ist. Stöße auf Interesse, denke ich mal.

BlueChip-Plecs: Kröte lebt, Geldbörse tot

Kaufen macht Spaß. Es füllt kurzzeitig unsere Seelenlöcher und bringt uns was Neues ins Haus. Nun kann man nicht oft eine neue Mando kaufen, neue Picks aber schon. Und kaum etwas regt am Mandolinen-Stammtisch so auf wie verschiedene Plektren – da toben Glaubenskriege. Ein echter Sturm weht um die „BlueChip Picks„: Im entsprechenden Thread des „Mandolin Café“ finden sich fast 500 Beiträge, die Zugriffe belaufen sich auf über 37.000! Alles wegen Picks aus einem neuen geheimnisvollen Material, die pro Stück 35 US-Dollar kosten, aber von vielen Musikern hoch gelobt werden. Rhonda Vincent tritt sogar als Endorserin auf. Selbst das Fachblatt „Vintage Guitar Magazine“ war voll der Hochachtung, Motto: wirklich ein Pick, das die Schildkrötenplättchen vergessen lässt und die Tiere leben. Es soll gut in der Hand liegen, schnell sein und kein Geräusch auf den Saiten verursachen. Abnutzung spielt anscheinend keine Rolle. Und Chris Thile hat ja gesagt, nicht die Mandos selbst sind ein Sound-Problem, sondern die Plektren – und griff fortan zum Wegen TF 140.

Ob er inzwischen auch mit den BlueChips experimentiert hat, weiß ich nicht. Tja, jedenfalls müssen es wahre Wunderdinger sein, die es bislang anscheinend nur beim Hersteller selbst zu kaufen gibt. Viele Spieler werden allerdings weiterhin mit Verachtung auf die Käufer von Nobel-Plektren blicken und bei ihren Fender Heavys für 60 Cent bleiben. Klassenkampf an der Plektren-Theke! Immerhin können sich die Käufer von Billig-Plektren über deren schöne Optik freuen. Denn schön, das sind die BlueChips nicht. Aber in Sachen Schönheit blenden uns ja bereits unsere Instrumente.

Lernen, wenn die Blätter rieseln

Immer wenn es mir golden herbstlich um die Brust herum wird, fällt mir Solingen ein und die „New Acoustic Gallery“. Warum? Weil in jedem Oktober seit unzähligen Jahren dort der Mandolinen-Workshop mit Jesper Rübner-Petersen stattfindet. In diesem Jahr will he take place am Wochenende vom 24. bis 26. Oktober. Dann strömen sie aus ganz Deutschland heran, besonders aus den nördlicheren Teilen, weil dort derartige Workshops so rar sind. Mancher Stammkunde ist mittlerweile dabei, und zwischen der Wiedersehensfreude wird gelernt. Oder war es umgekehrt? Ich habe leicht reden, bin erst einmal dabeigewesen als Teilnehmer und letztes Jahr als Besucher des traditionellen Samstagsabendkonzerts mit dem „Duo Vibração„. Dass diesmal übrigens nicht in der Galerie stattfinden wird, sondern gemeinsam mit Bassist Max Schaaf im Alten Hauptbahnhof Solingen. Außerdem kommt noch das Folkrock-Quintett „Serras“ aus Dänemark dazu. Deswegen kostet der Workshop dieses Jahr auch 175 Euro – Eintritt für die Konzerte inbegriffen. Nun weiß ich aktuell nicht, wie groß der Zulauf sich gestaltet – die Höchstgrenze liegt jedoch bei 15 Teilnehmern. Ach Oktober, ich sehe sie schon leise fallen, die Blätter mit den Tabulaturen drauf …

Zapfen am Hobel

Uuiiii, war das hier schon kalt vergangene Nacht! Unglücklicherweise hatte ich meine Mando draußen vergessen und heute morgen sah sie dann so aus! Jetzt aber stopp! Es handelt sich natürlich um einen Scherz – das Foto stammt vom Mandolin Store. Aber wenn man das Deko-Ding so sieht, gewinnt das Wort vom „sich warmspielen“ eine ganz andere Bedeutung. Brrrr.