Zusammenbruch am nebligen Berg

Mandolinen-Workshop, die Zweite! Kaum hatte die Veranstaltung am Freitag begonnen, zog Seminarleiter Rübner-Petersen Noten und Tabs zu einem sehr bekannten Stück hervor – jedenfalls unter Banjo-Spielern sehr bekannt. Die Gema sagt, dass es Earl Scruggs geschrieben hat, Wikipedia nennt einen gewissen Thomas Kinsella als Autor des „Foggy Mountain Breakdown“. Nun weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Jedenfalls – und das beruhigt uns Mandolinista – ist dieser Banjo-Breakdown ein enger Verwandter von Bill Monroes „Bluegrass Breakdown“, und was der gottseidank gespielt hat, dürfte bekannt sein. Also lässt sich um Ecken herum begründen, warum wir uns mit einem Banjo-Klassiker zu befassen hatten. Der Herr Jesper hat es vielleicht aber auch zur Völkerverständigung zwischen zwei Instrumentengruppen herausgesucht. Tatsache aber ist, dass der Foggy Mountain Breakdown tatsächlich auch auf der Mando beträchtlich knallt! Vorausgesetzt, man übt schön und gewöhnt sich Schnelligkeit an. Mag der eine oder andere darüber die Nase rümpfen: Das Stück macht auch auf acht Saiten Spaß. Und mehr will zumindest ich nicht.

Und bitteschön: Hier das Gruppenfoto der Workshop-Beteiligten – hinaus damit in alle Welt!

6 Gedanken zu „Zusammenbruch am nebligen Berg

  1. Interessant….., „Thomas Kinsella“?! Ich wage sehr zu bezweifeln, dass dieser Zeitgenosse den Foggy Mountain Breakdown geschrieben haben soll!! Letzten Endes ist dieses Stück doch direkt auf den von Scruggs entwickelten 3-Finger Style zurückzuführen – wahrscheinlich nur dadurch entstanden.

    Jede Aufnahme die ich auf meinen LPs gefunden habe – von Munde bis Trischka – weist den Chef höchstselber als Autor aus. Ebenso die berühmte Banjoschule von Scruggs selber – dort steht eindeutig sein Name – und er würde sich bestimmt nicht mit fremdem Lorbeer schmücken?! Also: „Hey, hey Wiki, hey Wiki hey – (s)zieh fest das Segel an“! – ist sicher nicht bei jeder Frage erste Wahl.

  2. Endlich mal wieder ein Thema, wo wir Banjospieler auch mitreden können !

    In der Wikipedia kann ja bekanntlich jeder schreiben, aber inzwischen ist die Verwüstung mit dem Herrn Kinsella durch Wiederherstellung der vorigen Version wieder ausgemerzt.

    Allerdings behaupten andere ja wiederum, dass Scruggs durch Ersatz eines F durch einen Em-Akkord aus dem Bluegrass Breakdown von Herrn Monroe den FMB erschaffen hätten um demselben keine GEMA zahlen zu müssen.

    Wieder andere behaupten wiederum, auch der Bluegrass Breakdown gehe auf Scruggs zurück, wurde aber, wie damals üblich, vom Bandleader urheberrechtlich vereinahmt.

    Wie auch immer, wir freuen uns doch immer, wenn die Lücken zwischen den Banjoparts auch mal mit einem schönen Mandolinensolo gefüllt werden. Drum übt schön weiter !

  3. Zu sagen wäre vielleicht noch, dass bei den letzten 2748 Sessions, an denen ich teilgenommen habe (vielleicht waren es auch nur 10), der FMB nicht gespielt wurde, weder von Banjo- noch von Mando-Quälern. Scheint irgendwie out zu sein, wie andere Stücke auch (z.B. Billy in the lowground). Man könnte ja ein FMB-Revival lostreten… oder eine Band gründen, bei der nur fast verschollene Nummern gespielt werden. Mal sehen, welche Reaktionen der Vorschlag, FMB zu spielen, bei der nächsten Session so einbringen wird.
    Und wer es geschrieben hat, ist mir eigentlich Wurscht. Mit den Rechten an Stücken im Bluegrass ist das sowieso so eine Sache. Ein Stück wird nie zweimal gleich gespielt. Verändere 2 Töne und nenn das Stück Smoky Mountain Breakdown, schon ist alles wieder im Lot. Wie heißt es so schön: Woran unterscheiden man die 10.000 schönsten Bluegrass-Instrumentals? … nur am Titel.

  4. Ach ja, noch was:

    Bei dem Workshop waren ja echt viele Mandospieler. Vor allem auch Frauen. Wo sind die denn alle im richtigen Leben? Spielen die in ihrer Freizeit eigentlich alle Bluegrass oder Artverwandtes? Haben die vielleicht sogar eigene Bands, die man irgendwo mal hören kann? Oder sind das wie ich nur Nach-CD-und-mit-Leuten-ohne-Bühnenbesteigungsabsicht-und hin-und-wieder-mal-eine-Session-Spieler?

  5. Soso, der Herr Zanger hat Interesse an den Damen! Ohne den dreien zu nahe zu treten: Nr. 1 spielt im Solinger Mandolinenorchester, Nr. 2 musiziert gemeinsam mit ihrem Mann, ob in Bühnenbesteigungsabsicht, weiß ich nicht (mehr), und Nr. 3 hat im Sommer angefangen Mando zu spielen. Ich hoffe, ich habe nichts Falsches erzählt. Und die Neugier meines Vorschreibers befriedigt.

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