Vom Wahren, Schönen, Guten

Kleine Beobachtung meinerseits: Auf dem Mando-Workshop waren viele gute Instrumente am Start! Gibsons, Lebeda, Eastman zum Beispiel und meine Kentucky 1500 schließe ich mal mit ein. Also müssen doch Geldmittel vorhanden und im Umlauf sein!? Wie kann man sich das sonst leisten? Okay, ich zahle noch heute an meinem Instrument ab und muss dazu jeden Freitag und Samstag in einem kleinen Landpuff meinen Körper feilbieten. Aber wie machen´s die anderen? Verdienen viel? Alles nur auf Pump? Es gibt dazu einen amüsant-nachdenklichen Thread im Mandolin Café, gestartet von einem E-Bassisten, der mit Recht darauf hinweist, dass gute Bässe für billiges Geld zu haben sind, gute Mandos aber nicht. Jedenfalls sind einige hochinteressante Antworten zu finden: Einer behauptet, vor zwei Jahren mit dem Saufen aufgehört zu haben und so jede Menge Geld zu sparen, ein anderer spricht von einem Lottogewinn, der ihm ungehemmten Cash Flow ermöglicht, ein dritter röstet Kaffee und übt währenddessen.

Nun ja, wie auch immer. Aber eins will ich hier mal festhalten: Ich finde nicht, dass irgendwer begründen muss, warum er ein teures Instrument spielt und woher er das Geld dafür hat. Es muss sich niemand dafür entschuldigen, dass ihm eine schöne Mando so sehr am Herzen liegt, dass er seine gesamten Ersparnisse dafür hergibt. Eine teure Flitsch sagt ja nicht wirklich etwas über die materielle Ausstattung seines Besitzers aus. Es zeigt vor allem, dass derjenige Wert legt auf Qualität und Wertbeständigkeit und die ganze Billigheimerei nicht mitmacht. Solange die Kinder nicht Hunger leiden und in Lumpen gekleidet zur Schule gehen müssen… Übrigens, oft genannt im oben erwähnten Thread: verständnisvolle Ehefrauen. Davon kenne ich auch welche, und deren Ehemänner wissen hoffentlich zu schätzen, was ihnen dadurch erspart bleibt.

3 Gedanken zu „Vom Wahren, Schönen, Guten

  1. Das Gute an teuren Instrumenten ist ja, dass sie ihren Wert nicht verlieren ! Nicht einmal Banjos. Man vergleiche den Wert eines 15 Jahre alten Autos mit einem 15 Jahre alten Qualitätsinstrument. Genau, beim Auto muss man noch dafür zahlen, dass es jemand wegschmeisst! Drum kann man sich immer damit trösten, dass man es ja jederzeit verkaufen könnte. Auch wenn man’s doch nie tut🙂 Man könnte….

  2. Leider gilt das nur für die wirklich teuren Mandos. Heute wollen die für eine Loar schon 250 kDollar haben. Na gut, wenn ich das Geld hätte, die Hütte nicht abbezahlt werden müßte, die Altersvorsorge im Kopf rumschwebte usw., ich wüde es mir überlegen… Obwohl es ja verrückt ist. Wieviele Instrumente verschwinden wohl in Vitrinen?
    Aber die „normal teuren“ Mandos lassen sich entweder gar nicht verkaufen (wenn man es denn wollte), oder nur zu einem Bruchteil des Kaufpreises. Ich will meine jedenfalls nicht hergeben, aber wer weiß, was noch an Katastrophen kommt, wo man müßte? Im Jahr 2086 versuche ich meine Mando für 250 kDollar plus 78 mal Preissteigerungsrate zu verkaufen. Dann bin ich 124 Jahre alt und meine F5 so alt wie die Loars heute. Super Aussichten….

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