Günther weiß alles

Die vergangene Woche war komplett mit einem Seminar der Bundeszentrale für politische Bildung belegt – weshalb Ihr hier nix zu lesen bekommen habt. Und wer gehörte zu den Referenten? Günther von Lojewski, die alte Giftspritze aus den Tagen von „Report München“! Er gehört offenbar zu jener Spezies im Ruhestand befindlicher Chefjournalisten, die alles erklären können und dies auch gefragt oder ungefragt tun. So berichtete Lojewski von seinen Heldentaten: der ersten Meldung zum Rücktritt Karl Schillers 1972 und den daraus erwachsenen Vorkommnissen rund um das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt beispielsweise.  Außerdem war von Lojewski nach eigener Auskunft der erste Mann an der Berliner Mauer, als diese gerade fiel. Ich nehme mal für unsere Klientel hier an, dass nicht Lloyd Loar, sondern er selbst für Gibson die berühmte F-Mando entwickelte, dass er (was keiner mehr weiß) zu den Gründungsmitgliedern von „Newgrass Revival“ gehörte und an der Gründung des „Telluride-Festivals“ maßgeblichen Anteil hatte. Wirklich, Freunde: Ohne Männer vom Schlage eines Günther von Lojewski wäre unsere Welt eine andere. Wenn eines Tages seine Tagebücher entdeckt werden, muss die deutsche Geschichte in weiten Teilen neu geschrieben werden. Und die Bluegrassgeschichte erst recht.

Ein Gedanke zu „Günther weiß alles

  1. Kleine Anekdote am Rande:

    Günther von Lojewksi war nicht der erste Mensch als die Mauer fiel, sondern ich war schon vor ihm da! Er hat mich nur nicht wahrgenommen, weil ich auf der gegenüberliegenden Seite des ansonsten völlig menschenleeren Vorplatzes stand und weil er völlig überdreht und aufgeregt war.

    Es war Zufall, dass ich gerade auf dem Nachhauseweg mit dem Auto durch die Kochstraße fuhr, als die Meldung über die Grenzöffnung über die SFB-Nachrichten kam. Ich hielt spontan an, um nachzusehen ob das stimmte.

    Es tat sich eine ganze Weile überhaupt nichts, bis plötzlich GvL mit seinem Dienstwagen angerast kam, anhielt, und heftig auf die West-Berliner Grenzbeamten einredete, die ihm aber nicht glauben wollten. Als sich auf Ostberliner Seite immer noch nichts tat, ist er dann bald wieder verschwunden. Kurz darauf habe ich mich dann auch wieder ins Auto gesetzt und bin nach Hause gefahren, etwas verunsichert, was von all dem denn nun zu halten sei.

    Im September 2008 traf ich dann Herrn von Lojewski persönlich bei einer Veranstaltung zur Rettung des MultiKulti-Radios und habe ihm das erzählt. Er fand das amüsant und konnte sich noch gut an seine vergeblichen Versuche erinnern, die Beamten von der Relevanz der Nachricht zu überzeugen.

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