Exakte Buchführung

Kommt ein Mandolinenspieler in eine Polizeikontrolle. „Die Papiere bitte“, sagt der Beamte. Der Mandospieler gibt sie ihm. „Und was ist das da“, fragt der Gesetzeshüter und zeigt auf den Instrumentenkoffer im Fonds. Der Mandospieler öffnet und gibt dem Polizisten ein kleines, in braunes Leder eingeschlagenes Notizbuch. Der Mann kontrolliert die Eintragungen und wünscht eine gute Fahrt. Wie gut, dass sich unser Mando-Mann das „Case Notes„-Büchlein angeschafft hat! Dort steht alles Wichtige über seine Mandoline drin: Baujahr, Seriennummer, Materialien, Vorbesitzer. Und auch er selbst hat schon seine eigenen Erfahrungen mit dem Instrument eingetragen.

Kein Scherz: Ein solches Büchlein gibt es jetzt tatsächlich! Auf die Geschäftsidee hätte ich verdammtnochmal auch kommen können. Das Diary passt in den Koffer und erzählt den Werdegang von Banjos, Mandolinen, Gitarren, von was auch immer. Hätte es das schon in den 1920er-Jahren gegeben, könnten die Loars heute tatsächlich ihre Geschichte erzählen – über den Umweg von Case Notes. So beginnen die Aufzeichnungen erst in unseren Tagen. Dafür dürfte sich der übernächste Besitzer meiner KM-1500 über Erzählungen von früher freuen und er wüsste auch, bei welcher Gelegenheit der Kratzer neben dem Tailpiece zustande gekommen ist und welche Musikrichtung ich vorwiegend auf dem Hobel gespielt habe. Was es nicht alles gibt. Aber letztlich zeugt das von einer Wertschätzung seinem Instrument gegenüber. Ist also jedenfalls sympathisch. Dem Fetisch eine Chance! (ein Beitrag aus unserer Reihe: Weihnachtsgeschenke in Zeiten der Riesenkrachersuperkrise)

fireshot-capture-13-case-notes-www_casenotesdiary_com_purchase_htmlBlick in Case Notes

Ein Gedanke zu „Exakte Buchführung

  1. Find ich gut. Ich hab z.B. ne Gitarre, die ist 21 Jahre älter als ich. Sieht auch so aus. Nix wertvolles (für die Einbrecher unter Euch)! Gebaut mitten im 2. Weltkrieg. Wäre schön zu wissen, wer die alles in der Hand gehabt hat, wieviele Besitzer, wo die überall gewesen ist usw. usw.. Schon spannend! Wenn irgendwann jemand meine Mando auf einem verstaubten Speicher entdecken würde, könnte er anhand von dem Büchlein auch ein Stück meines Lebens nachlesen. Jetzt müßte man sich nur noch aufraffen. Steckt ja auch Arbeit drin. Was schreibt man rein, was nicht, wie oft usw.

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