Jungspunde #1

Weihnachten ist das Fest der Kinder, der strahlenden Augen und der vor Aufregung geröteten Wangen! Also sollten wir hier mal ein paar Mandolinenkinder würdigen. Von Sierra Hull war gelegentlich die Rede, daher bleibt sie diesmal außen vor. Heute geht es vielmehr um einen Knaben namens Ryan Holladay, nein, kein Schreibfehler. Mit fünf Jahren stand er schon auf der Bühne der „Grand Ole Opry“, spielt fließend außer Mando noch Banjo und Dobro. In allen drei Disziplinen holte er schon nationale Champion-Titel. Oh, jetzt klingt es aber sehr nach Sport. Jedenfalls loben ihn unter anderen Ricky Skaggs und Chris Thile in höchstem Maße. Na gut, Ricky muss, weil er 2005 die dritte (!) Holladay-CD auf seinem Label veröffentlicht hat. Da war Ryan so um die 13. Die vollständige Erfolgsbilanz des noch jungen Lebens findet sich auf seiner Website. Und Kostproben seines Spiels lagern hier. Schlussendlich unten noch ein Film, der die Könnerschaft des jungen Ryan unterstreicht. Da leuchten unsere Augen und die Wangen röten sich.

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Ein Gedanke zu „Jungspunde #1

  1. Ja, da leuchten die Augen, die Wangen röten sich, der Laie staunt und der Fachmann wundert sich.
    Mir stellt sich beim Hören solcher Wunderkids immer die Frage: Was wäre gewesen, wenn man mir mit vielleicht mit 5 oder 6 eine tolle F5 in die Hand gedrückt hätte, meine Eltern beide akustische Musiker gewesen wären, ich Bekannte gehabt hätte, die mir Bluegrass zugänglich gemacht hätten, ich die Chance auf den Besuch von Festivals gehabt hätte, und und und…
    Als Kind lernt man schließlich ungleich besser und schneller als als Erwachsener.
    Hätte ich dann auch mit 10 oder 11 das Erstaunen meiner Mitmenschen erzeugt?
    Oder wieviel des Ganzen ist auch angeborenes Talent, ohne das man üben kann bis die Finger blutig sind, ohne jemals auch nur in die technische Nähe der Wunderkids zu kommen?
    Aber als ich 5 oder 6 war Ende der 60er Jahre, hat sich hier keine Sau für die amerikanische Mando interessiert.
    Und jetzt muss ich eben mit Üben versuchen, meinen technischen Stand zu halten und mich vielleicht an manchen, seltenen Tagen selbst erstaunen, wenn ich ein Solo so hingekriegt habe, wie ich es mir vorgestellt habe. An den übrigen Tagen will ich mich in Demut fassen und zufrieden sein mit dem, was ich erreicht habe, ohne ein Wunderkind gewesen zu sein. Trotzdem kommt ein wenig Neid auf.

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