Picken wie die Hühner

Von Zeit zu Zeit erhebe ich mich gern über E-Gitarristen, die es ja verglichen mit Instrumentalisten akustischer Prägung wirklich einfach haben: Stromgitarren sind superleicht bespielbar und die Lautstärke lässt sich per Regler erledigen. Und dann noch diese Effektgeräte. Da spielen diese Typen kaum was, schaffen es aber mit gigantischer Effekthascherei, das Volk zum Toben zu bringen. Nun ja.

Doch ich will nicht ungerecht sein. Natürlich gibt es auch unter den Stromgitarristen ehrliche Handarbeiter, die durch tatsächliches Können beeindrucken. Eine spezielle Spezies darunter sind diese Telecaster-Helden. Ihnen soll zum Wochenschluss Respekt gezollt werden. Stellvertretend anhand eines Schnipsels des großen James Burton, der mit Elvis gespielt hat (siehe: Aloha From Hawaii) und mehrere Jahre Mitglied in Emmylou Harris´ Band war. Er demonstriert uns den „Chicken Picking“-Stil, eine feine Sache. Das probier ich gleich mal mit meiner Mando aus! Wär doch gelacht, wenn man die Bendings nicht unter Zuhilfenahme sämtlicher gesunder Finger hinbekommen würde. Oder soll ich´s doch besser lassen?

4 Gedanken zu „Picken wie die Hühner

  1. Nein, nein, probier´s mal ruhig. Vielleicht gehst Du in die Geschichte der Entwicklung des Mandospiels ein und nimmst dann ein Home-Spun-Video auf: Volker Dick teaches Chicken-picking-Mando (Vol. 1 absolute beginners, Vol. 2 beginners, Vol. 3 medium, Vol. 4 advanced, Vol. 5 crazy). Ob es geht, weiß ich nicht. Ist aber eine interessante Technik auf der Gitarre. Eine Mischung aus Fingerpicking (für viele Töne gleichzeitig) und Flatpicking (für schnelle Soli). Aber Zupfen auf der Mando ist irgendwie schwieriger als auf der Klampfe. Vielleicht wegen des engen Saitenabstands oder weil man es nicht gewöhnt ist. Aber andere Kracks haben auch geschafft die einzelnen Saiten der jeweils 2 gleichen zu greifen und anzuschlagen. Das ist mir auch nicht gelungen. Hat sich aber auch nicht durchgesetzt.

  2. Das Problem ist die viel höhere Saitenspannung auf der Mando. Um diese pedalsteel-artigen Doppelsaiten Geschichten zu benden, hilft es auf der Tele relativ dünne Saiten zu haben. 009’er oder 010’er. Auf der Mando empfiehlt sich sicher eine Schraubstockprothese an der linken Hand. Dann klappt’s auch mit dem Double-bending.

  3. Das habe ich nicht verstanden! Ging es hier nicht um eine Technik der rechten Hand? Und natürlich sind wir Mando-Quäler (und die Akustikgitarristen) zu wunderbaren Sachen mit der linken Hand fähig, ohne auf Warmduschersaiten wie die elektrische Fraktion zurückgreifen zu müssen. Nur Fingerpicking auf der Mando erscheint mir schwierig. Aber, wenn ich mal Übungszeit übrig habe, werde ich es auch versuchen. Vielleicht sollten wir hierfür einen Arbeitskreis bilden. Denn, wie heißt es so schön: Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann bildet man ´nen Arbeitskreis.

  4. Niemals habe ich ehrlich in Erwägung gezogen, sowas auf der Mando zu versuchen. Es handelte sich mithin um reinen Unernst. Sollte ich es dennoch wagen, tendiere ich zu Boogies Schraubstockprothese – die macht sich im Karneval vielleicht auch gut zum Piraten-Kostüm.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s