Buckeys bestbestückte Bude

Nehmen wir mal an, eine Band möchte ins traditionelle Geschäft einsteigen, doch niemand hat Lust, sich das alles selbst zusammenzuklauben, diese ganzen vielen Noten dieser vielen Melodien. Da kann man nur sagen: Wie gut, dass es Jay Buckey gibt! Auf dessen Site steht eine Riege von Tunes mit pdfs für alle gängigen Instrumente samt MP3s zum Horchen – sowohl Irisches als genauso Bluegrass. Und außerdem versorgt Jay uns mit Wissenswertem zum pentatonischen Improvisieren und hält ein dickes Multimedia-Paket zum Kennenlernen der Dobro bereit. Und was weiß ich nicht noch alles. Eigentlich sollte  es mich wundern, dass ich noch nie über die Site berichtet habe. Steckt offenbar voller Stoff. Und wird augenscheinlich immer wieder ergänzt. Ganz schön auf Zacki, der Herr Buckey.

Vor dem Wetter: neuer Folk

Ja, welcher Stoff ist denn da gestern in der Tagesthemen-Redaktion verteilt worden? Ich dachte, ich sehe und höre nicht richtig: Bouzouki-Klänge in seriösem Nachrichtenmagazin! Tatsächlich befasste sich ein Beitrag mit Folk-Musik, die angeblich voll im Trend liegt; natürlich sprach Moderatorin Frau Holst von „Volk-Music“ – vielleicht immer noch besser als die ebenfalls gern genutzte Aussprache-Variante „Fork-Music“. Der Beitrag präsentierte vor allem die schottische Sängerin Julie Fowlis und die Band „Noah and the Whale“, die selbstredend unter dem Etikett „New Folk“ angepriesen werden. Was soll´s: Einmal den großen Verwandten der Mando in einer deutschen Nachrichtensendung zu sehen, wo es doch so viele wichtige Meldungen aus der Wirtschaftswelt zu verkünden gibt, das war schon ein unvergessliches Erlebnis – hier nachzuerleben.

Mando-Blues vorm Spielzeugmikro

Wo hier gestern vom großen Youtube-Archiv die Rede war: Wir sehen heute Rory Gallagher an der Mando mit einem Stück, das wir vor geraumer Zeit in diesem Blog bereits einmal präsentiert haben – „Goin´ To My Hometown“. Diesmal stammt die Aufnahme aus einer Folge des „Beat Club“ von 1972 (diese roten Spielzeug-Mikros!). Merke beim Zuhören: This is no mando art, it´s eight strings and Blues and Rock ´n´Roll!

„Du sendest“ seit vier Jahren

Mal kurz innehalten: Wenn jemand hierzulande im – sagen wir mal: Januar 2005 – einen Auftritt von beispielsweise Chris Thile sehen wollte, was tat er dann? In die USA fliegen und sich dort ein Konzert angucken, ok, genehmigt. Aber wer das nicht konnte und auf irgendwelche Konserven angewiesen war? Na, dann hat der einfach auf Youtube nachgeschaut, höre ich die Menge rufen! Oh! Aber Youtube gab es da noch gar nicht. Nur Schnee auf dem Bildschirm. Oder die Anzeige: Not available. Es ist tatsächlich war – Youtube existiert erst seit fast genau vier Jahren, genauer gesagt seit dem 15. Februar 2005. Der offizielle Start war sogar erst im Dezember 2005. Da hat sich innerhalb kurzer Zeit etwas entwickelt, dass zumindest uns Musikliebhabern heute als ziemlich unverzichtbar gilt. Und sei die Bildqualität noch so schlecht: Das ist ein riesiges Archiv mit Schnipseln aus allen Epochen populärer und weniger populärer Musik. Natürlich gibt es Dinge, die auf Youtube nicht zu finden sind. Aber die Trefferquote ist ungleich größer als die Meldung, dass etwas fehlt. Ja, das Stöbern dort kann Zeit töten, jede Menge Zeit. Aber es spart auch welche. Ich muss nicht mehr jeden Quatsch im TV von vorn bis hinten gucken. Sollte etwas Bedeutsames passieren, wird es recht bald auf Youtube erscheinen. Also, nachträglich: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Youtube!

800px-youtubeheadquarters Der Hauptsitz von Youtube im kalifornischen San Mateo bis Herbst 2006: Man schlich zwischen dem Benz und dem Toyota durch, ging zwischen Italiener und Japaner die Tür rein, die Treppe rauf und voilà!

Wenn der Wandelwind weht

Wenn man´s recht bedenkt und diese Zeit jetzt regelrecht einsaugt, hat es was von 1989: Dinge, die wenige Monate zuvor noch undenkbar erschienen, scheinen plötzlich allgemein akzeptiert: Banken verstaatlichen, Unternehmen mit Staatsgeld retten, General Motors auflösen. Unternehmer werfen sich vor Züge, der Leitzins steht fast auf Null, ein Wirtschaftsminister trägt unzählige Vornamen. Und natürlich passt in dieses Bild, dass ein Schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten ist. Wären wir zehn Jahre weiter oder fragten uns später unsere Enkel, wie das damals war, würden wir nur ehrlich sagen könnnen: Wir haben einfach gelebt wie immer. Es ist Alltag. Keine Zeit, schon historisch zu denken. Und was ist der Soundtrack dazu? 89 war´s ja sowas wie das unsägliche „Wind of Change“ von den Scorpions. Und heute? Vielleicht erleben ja Geier Sturzflug eine Renaissance mit ihrem „Bruttosozialprodukt“ – schließlich sind die Wirtschaftswerte heute wieder so schlecht wie damals, als das Lied rauskam. Aber ich kann da nicht mitreden. Dafür höre ich zu wenig Mainstream-Radio, weiß nicht, was die Menschen tagtäglich begleitet. So könnte ich nur den persönlichen Soundtrack zur Krise benennen, aber selbst da fällt mir nichts ein. Vielleicht sind die Zeiten nicht emotional genug, vielleicht fehlt das Gefühl in der Musik. Ich denk mal drüber nach.

Eins auf die Löffel

Keine Frage: Jerry Douglas ist der Meister des Dobro-Slidens und Sam Bush hat mit seiner Slide-Mando ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Aber ob die beiden das statt mit Steelbar und Bottleneck auch mit einem Löffel können, so wie dieser Gevatter hier aus exotischen Landen? Eine revolutionäre Technik, scheint mir. Wenn er jetzt auch noch gleichzeitig Suppe essen könnte, wäre er mein Gitarren-König.