Wenn der Wandelwind weht

Wenn man´s recht bedenkt und diese Zeit jetzt regelrecht einsaugt, hat es was von 1989: Dinge, die wenige Monate zuvor noch undenkbar erschienen, scheinen plötzlich allgemein akzeptiert: Banken verstaatlichen, Unternehmen mit Staatsgeld retten, General Motors auflösen. Unternehmer werfen sich vor Züge, der Leitzins steht fast auf Null, ein Wirtschaftsminister trägt unzählige Vornamen. Und natürlich passt in dieses Bild, dass ein Schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten ist. Wären wir zehn Jahre weiter oder fragten uns später unsere Enkel, wie das damals war, würden wir nur ehrlich sagen könnnen: Wir haben einfach gelebt wie immer. Es ist Alltag. Keine Zeit, schon historisch zu denken. Und was ist der Soundtrack dazu? 89 war´s ja sowas wie das unsägliche „Wind of Change“ von den Scorpions. Und heute? Vielleicht erleben ja Geier Sturzflug eine Renaissance mit ihrem „Bruttosozialprodukt“ – schließlich sind die Wirtschaftswerte heute wieder so schlecht wie damals, als das Lied rauskam. Aber ich kann da nicht mitreden. Dafür höre ich zu wenig Mainstream-Radio, weiß nicht, was die Menschen tagtäglich begleitet. So könnte ich nur den persönlichen Soundtrack zur Krise benennen, aber selbst da fällt mir nichts ein. Vielleicht sind die Zeiten nicht emotional genug, vielleicht fehlt das Gefühl in der Musik. Ich denk mal drüber nach.

Ein Gedanke zu „Wenn der Wandelwind weht

  1. Ich habe über die letzten Wochen in der Vergangenheit gegraben und habe 12 x Musik für harte Zeiten ausgesucht, von Skip James „Hard Time Killing Floor Blues“ bis (unvermeidlich) zu Stephen J Fosters „Hard Times“ und zu „No Depression“ von der Carter Family in der Interpretation von Sheryl Crow.

    Hier ist Folge 12, von da aus geht es rückwärts. Aber mit dem Mainstream hat das auch nichts zu tun.

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