I´m CNC, I´m Dynamite

Dinge ändern sich, je nachdem, aus welcher Perspektive man auf sie blickt. Eine Mandoline zum Beispiel kann man als Nicht-Musiker schön finden im Sinne eines optischen Reizes; ein musischer Mensch wird in ihr Kultur und Musik erblicken. Und ein Techniker vor allem analysieren, was es mit diesem Ding auf sich hat. Je spezieller die Fachrichtung, desto detaillierter die Fragen. Wer sich besonders mit CAD und CNC-Fräsen samt Peripherie befasst, wird eine Mando in dieser Hinsicht betrachten. Das „CMM Quarterly Magazine“ bedient eben jene Klientel aus der computergesteuerten Fräserei und hat jüngst eine Sonderausgabe veröffentlicht, in der es ausschließlich um CNC und Instrumentenbau geht.

So mancher Traditionalist lehnt es ja grundsätzlich ab, Computerhilfe beim Mandobau in Anspruch zu nehmen. Andere sehen es pragmatisch. Einer von ihnen ist der Mandolinenschnitzer David Smith, Herrchen über „Smith Creek Mandolins„. In einem ausführlichen Artikel beschreibt er, wie er überhaupt zum Instrumentenbau gekommen ist, auf was er beim Bau einer Mando achtet und wie er die CNC-Technik dazu einsetzt. Das liest sich in weiten Teilen auch für einen Nicht-Techniker interessant. Außerdem beschreiben andere Handwerker den Bau anderer Saiteninstrumente mit CNC-Unterstützung – beispielsweise Greg Deering die Entstehung seiner Banjos. Das komplette Heft ist online abrufbar.

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Gedrucktes in bekloppter Welt

Melde gehorsamst: neuer Folker! erschienen! Mandolinen? Kommen nicht vor. Dafür aber Bouzoukis auf mehreren Fotos. Und die Titelgeschichte ist „Crooked Still“ gewidmet, die ja im Mai in D auf Tournee sind. Außerdem gibt´s Artikel über die Akustikgitarren-Szene in Deutschland, über Jackson Browne und den von mir sehr geschätzten Wizz Jones. Guter Typ. Und immer noch lebendig. Im Gegensatz zu Davey Graham. Aber das ist ein anderes Thema. Vergänglichkeit. Da tut man im Kölner Stadtarchiv alles, um mit gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchte die Vergangenheit zu bewahren und dann bricht alles zusammen. Wegen einer U-Bahn. Bekloppte Welt.

Mehr als ruckeln und zuckeln

Stöbern kann sehr spannend sein, aber auch sehr zeittötend. Wer auf Youtube irgendwas Mandoliniges sucht, wird auch immer fündig, mit mehr oder weniger Aufwand. Dass man sich die Sucharbeit mindestens teilweise sparen kann, dürfte nicht jedem geläufig sein: Die verdiente Kraft Wendy Anthony hält via Mandozine eine fette Liste bereit – mit Videos rund um die Mandoline, von Bluegrass bis Klassik. Die Links werden immer wieder ergänzt, die URLs aktualisiert. Wirklich alle bewegten Bilder zu Mandos und Mando-Künstlern wird man wohl nicht finden, dafür ist zu viel Bewegung auf Youtube, aber doch eine Menge. Überhaupt ist das Mandozine eine feine Sache.