Schlaffe Saiten, schlaffe Stimmung

Ach Musikmesse: Sie lässt mich diesmal eher erschöpft als interessiert zurück. Das liegt vor allem an einem Phänomen, das ich nicht wirklich verstehe – der häufig nachlässigen Präsentation. So waren zwar etliche Mandolinen, Bouzoukis etc. zu sehen, aber gestimmt war fast keine. Im Gegenteil: Manche verfügten noch nicht mal über gespannte Saiten, die hingen einfach lose drauf, noch im Transport-Zustand. Und wenn man die dritte und dann die vierte Mando in die Hand nimmt und immer wieder komplett stimmen muss, lässt die Laune rapide nach. Und damit auch die Motivation, weitere Instrumente zur Hand zu nehmen. Ein Stimmgerät hatte ich natürlich dabei, aber trotzdem. Kaufen denn Händler Instrumente nach Augenschein, ohne sie mal probiert zu haben?

Vorhanden waren beispielsweise Mandolinen von Larrivée in A- und F-Form. Die F kostete laut Liste mehr als 4000 Dollar – ein stolzer Preis. Und die wäre sie mir nicht wert. Ein schönes Instrument, ja, aber für soviel Geld fehlte mir auch beim neuen Instrument der Holzklang. Wobei man natürlich immer bedenken muss, welche akustischen Verhältnisse dort in der Halle herrschen. In denen klang auch die Giacomelli-Kopie von Eastman nicht besonders beeindruckend. Vielleicht also tut man manchem Instrument unrecht, das man auf der Musikmesse beurteilt. Aber dass die Mandos mit schlaffen Saiten an den Wänden hängen, bleibt trotzdem ärgerlich.

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