Es sirrt und surrt der Tonerite, wo Mutti sonst nur …

Unsereins macht sich gern schon mal lustig über technische Zaubergeräte, die erstmal viel Geld kosten und bei denen einem die Beschreibung merkwürdig vorkommt. Deshalb amüsiere ich mich auch mit Freude über Zeitgenossen wie den älteren Herrn hier auf der Seite mit seinem Schulter-Vibrator. Es gibt aber nicht wenige, die schwören tatsächlich auf Apparate wie „Tonerite„: ein Gerät, das aussieht wie ein externes Netzteil und auf Instrumenten montiert wird und deren Decken in Schwingung versetzt. So sollen etwa Mandos ihren bestmöglichen Klang erreichen, setzt man fortwährend Tonerite ein. Sogar schon nach einer Woche sind laut Website die positiven Effekte deutlich spürbar. Ich schreibe das, weil es das Modell für Mando derzeit zum Sonderpreis von 195 Dollar gibt. Ja, sollte man das tatsächlich wagen? Angeblich kann man gar nicht so viel spielen, wie das Tonerite rüttelt. Verführerisch klingt das schon und billiger als eine teurere Mando ist es auch. Im Café wird eifrig darüber diskutiert. Interessante Sache.

7 Gedanken zu „Es sirrt und surrt der Tonerite, wo Mutti sonst nur …

  1. Tja, was soll man dazu Vernünftiges sagen?

    Als Erstes bedaure ich mal meine Nachbarn, die den ganzen Tag (und die ganze Nacht) meine Mando röhren hören müssten, denn, wenn man ihre Decke (die von der Mando, nicht die der Nachbarn) zum Schwingen bringt, kommen schließlich Töne raus. Das alles würde nur unterbrochen, wenn ich übe. Und dann müssten die wieder Töne ertragen. Also: einen Raum mit Eierkartons auskleiden.

    Außerdem bringt das Ding wohl nur Schwingungen auf die Decke, was aber was anderes ist als mein Plektrumanschlag.

    Dann muss das Holz reifen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte und Jahrhunderte. Wahrscheinlich hat eine Stradivari auch nicht gleich am Anfang so geklungen wie heute.

    Und das Letzte: Meine Mando täte mir leid.

    Also: Ich lass es sein. Auch weil mich preisgünstig angebotene Wunder (auch im Bereich der Religionen) immer sehr skeptisch machen.

    Aber gibt es da draußen nicht jemanden, der Lust hat, 2 gleiche Mandos zu kaufen, die er nie spielt und von der wir eine mit dem Wunderding ausstatten. Und nach einem Jahr sehen wir, was sich ergeben hat. Ist doch ein fairer Vorschlag, oder?

  2. O, o,
    ich muss mich korrigieren. Das Ding wird auf den Saiten montiert, nicht auf dem Korpus. Und es soll leise sein.

    Meiner Meinung nach kann es, wenn die Saiten und damit der Korpus nicht hart zum Schwingen gebracht werden (wie beim echten Spielen), keinen Effekt haben.

    Die Graphik auf der Herstellersaite ist echt witzig. Die Skala für die „instrument quality“ reicht von 0 bis 12. Was denn % oder dB oder was?

    Also, ich bleibe dabei: Viel Spielen und die Jahrzehnte abwarten. Sonst nix.

  3. @ Dieter:
    Es ist schon immer herrlich, wenn Dinge kommentiert werden mit „wohl nur“ oder „es soll leise sein“ – das sind alles natürlich nur Vermutungen. Man sollte etwas schon getestet haben, bevor man sich darüber ein Urteil erlauben kann.
    Ich habe nämlich gerade erst diesen Tonerite-Rüttler erfolgreich auf einer meiner Gitarren angewendet und bin verwundert: Es funktioniert tatsächlich!
    Der Sound öffnet sich und wird definitiver, auch lauter – ja potztausend!
    (Und ich bin kein Endorser oder so)
    Warum sollte dies nicht bei einer Mandoline gehen?

  4. Man sollte es getestet haben, na prima. Mal eben 149 $. Nur zum Testen. Kommst mal bei mir vorbei und lauschst, ob meine Mandos so schlecht klingen, dass sich die Versuchsinvestition echt lohnt.

    Lieber so viel wie möglich Zeit zum Spielen verwenden…

  5. Also, ich muss jetzt einfach mal meine Meinung hier loswerden: Ich spiele keine Mandos, sondern E-Gitarre und ein bißchen Acoustic.
    Gleich vorab: Es wirkt! Jetzt die „Aber“: 1. Deutlich spürbar bei E-Gitarre nach minimum 1 Woche. 2. Die Stärke ist einstellbar, das Gerät fälllt aber bei „Vollgas“ heraus (oder ich müsste die Tonabnehmer tiefer schrauben und das möcht ich nicht) 3. Es schwingt die ganze Gitarre bis in die letzte Ecke und stärker als beim Plektrumanschlag 4. Der Effekt lässt wieder nach, wenn die Gitarre 1 Monat in der Ecke stand 5. Meine Mexiko-Strat (neu) klang danach aufgeräumter, lauter und weicher als vorher, aber sie erreichet nicht das Niveau meiner 72er Strat (uneingeschwungen, auch nach 3x 1 Woche nicht) 6. die 72er klang danach nur noch subtil besser.
    Zusammengefasst: Es verbessert bei neuen und etwas stumpfen Instrumenten tatsächlich etwas die Schwingfreudigkeit, aber es gibt eine Grenze. Eine preiswerte Gitarre mit durchschnittlichem Holz wird kein Premiuminstrument. Den Hauptnutzen sehe ich für mich darin, dass ich vor Auftritten mein Instrument noch 1-2 Tage einschwinge und es fühlt sich halt an, als hätte ich es ständig gespielt. Deswegen bin ich davon begeistert. … OK, meine Kollegen behaupten, daß alle meine „Klampfen“ toll klingen würden. Das sehe ich nicht so. Aber nach dem Einschwingen fühlen sich auch meine „Mauerblümchen“ die ich nicht so gern gespielt habe, besser an. Man möchte gar nicht aufhören, weil die Töne sich besser formen lassen, die Gitarren singen und bei Hamonien tritt der sogenannte „Rrrring-Effekt“ deutlich in den Vordergrund. Trotzdem schließe ich dem letzten Satz von Dieter Z. an: Soviel wie möglich spielen bringt am meisten !

  6. Hallo,
    Ich hab mir auch mal so`n Tonerite G3 geleistet,da ich mehrere Instrumente mein Eigen nenne ,und ich somit jedes
    einzelne Instrument nicht so oft spielen kann.Ich bin E-Bassist und habe sehr gute Instrumente ,wollte jedoch wissen ob ein
    Tonerite überhaupt was bewirkt ?.Hab also für 6 Tage die Instrumente durchvibriert,wobei es völlig egal ist ,wo der Tonerite( Modell für Gitarre) plaziert wird.Wenn`s paßt, halt Nähe Steg, wenn nicht dann halt woanders.Da das Stringspacing beim Bass anders ist als bei der Gitarre hab ich das Gerät halt Nähe Hals plaziert,so wie es mit dem Saitenabstand hinkam .
    Das Ergebnis war überraschend positiv ,selbst bei meinen Vintage Instrumenten die eigentlich eingespielt waren .
    Die Töne klangen freier, offener, definierter , dynamischer , irgendwie Intensiever ,mit mehr Volumen ,und die Instrumente waren alle etwas lauter als zuvor und die Töne haben herrlich gesungen .
    Dazu haben sich auch zwei sogenannte Deadspots stark verbessert .Auch schwingen die Instrumente wesentlich stärker als vorher.
    Das der Tonerite zu teuer ist ( 200 € G3 Modell) ,brauchen wir hier nicht diskutieren 100 € wären sicher dicke genug.
    Fazit, ich kann also nur positives über den Tonerite berichten.
    Ich bin übrigens kein Endorcer der Firma .
    Gruß, Manfred

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