Musik und die Erinnerungsmaschine

In seinen warmen Worten für den Musiker Guntmar Feuerstein schreibt der Bochumer Kabarettist Jochen Malmsheimer, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, Folgendes – in Anspielung auf seine Kinderzeit und das bisschen Klavierunterricht bei der ältlichen Nachbarin:

Es war aber auch eine besonders schöne Zeit, und das stimmt auch, in der einem Kind eigentlich nichts Schlimmeres als ein Faconschnitt widerfahren konnte und in der es eigentlich nur zwei Arten von Musik gab, nämlich das, was die Eltern hörten und Musik eben. Die das Jahrzehnt und das Leben imprägnierte, so daß ein einzelner, besonderer Akkord reicht, um den Duft von Patschuli und Mate-Tee heraufzubeschwören. Das kann auch Angst machen.

Wahrscheinlich die Angst und das Erschrecken darüber, wie viele Jahre seitdem vergangen sind und wie alt man inzwischen geworden ist. Und dass man ja nun wirklich nicht mehr lange hat. Aber wie heißt es bei Robert Gernhardt über den Biber, der gerade in Pension gegangen ist: „Und in der Zeit, die ihm noch blieb/frönte er dem Lustprinzip.“ Da wollen wir es mit dem Biber halten – sofern immer möglich. Nicht jeder kann sich jetzt alsogleich einen kalten Wasserstrahl über den Puls laufen lassen. Ich schon. Wiedersehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s