Der Blue Chips letzter Schluss

Kürzlich, als es hier um den Tod von Jürgen Egger ging, war von HiFi die Rede und von High End und Jürgen Egger brandmarkte Hersteller, die irgendwelche Kabel zu horrenden Preisen verhökern. Im Bereich High End befinden wir uns auch mit den Picks von „Blue Chip„. Ich hatte ja schon so einiges vorausgeschickt, nun soll es auch zu einem Abschluss kommen. Also: Die Picks sind tatsächlich sehr gut, was Klang und Handhabung angeht. Da ich nie mit einem echten Tortoise-Pick gespielt habe, kann ich da nichts vergleichen. Aber viele behaupten ja, die Blue Chips wären ganz nah dran am Schildpatt-Sound, aber viel langlebiger. Zur Haltbarkeit allgemein verbietet sich eine Aussage, da ich dazu sicher zu wenig spiele. Die Profis auf der Website von Blue Chip betonen allerdings die extrem lange Haltbarkeit, und das muss man denen auch glauben, denn die spielen ja wirklich den lieben langen Tag rauf und runter. Mir persönlich gefallen die Blue Chips mit dem Aufdruck „50“ am besten, das entspricht einer Stärke von 1,25 mm, und da besonders die TAD-Form mit ausgeprägten Spitzen. Wer es gewohnt ist, mit abgerundeten Picks zu spielen, wird an den TPRs mehr Spaß haben. Die sind außerdem eine Ecke kleiner. Aber das muss ja sowieso jeder höchstselbst ausprobieren.

Tja, die Qualität der Blue Chips steht also außer Frage. Bliebe nur noch, über den Preis zu sprechen. Die Kosten pro Stück von 35 Dollar relativieren sich natürlich bei dem günstigen Euro-Kurs etwas, aber sie sind dennoch deutlich teurer als etwa die Wegen-Picks. Und die sind ja ihrerseits deutlich kostspieliger als etwa ein „Fender Heavy“. Das ist dafür dann auch ziemlich schnell runtergenudelt. Also: Wer viel Geld verdient, dem kann es ja wohl egal sein und der wird sich so ein Blue Chip einfach kaufen. Wer wenig Geld hat, wird es wahrscheinlich bleiben lassen. Und allen dazwischen kann man raten, es einfach auszuprobieren – es ist deutlich billiger als eine neue Mandoline zu kaufen und kommt auf jeden Fall der Experimentierfreude entgegen. Möglicherweise ist es genau das Plec, das Ihr immer gesucht habt.

Und was die High-End-Betrüger und Voodoo-Zauberer angeht: In diese Ecke stecke ich Matthew Goins, Blue-Chip-Entwickler, sicher nicht. Er erklärt den Preis so: „We use an extremely expensive, highly proprietary composite material that must be milled with precision that accounts for the bulk of the cost of each pick. The creation of a pick from this exceptional stock is also very labor intensive.“ Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Nur noch, dass ich auch meine Wegen-Picks weiter nutzen werde. Sie haben halt alle ihren eigenen Sound.

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Die Sieger im persönlichen Test: links TAD, rechts TPR.

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