Blaue oder rote Musik?

Zu einer Zeit, als konservierte Musik noch nicht aus Daten bestand, sondern aus magnetisierten Eisenteilchen oder Rillen im Vinyl, als lediglich technische Begrenzheit den Klang verfälschte, als Tonträger noch zu greifen waren – zu dieser Zeit galt es auch nicht als ausgemacht, in welcher Form die Musik etwa auf einer Schallplatte verewigt war: Mono oder Stereo? Dies musste dem Kunden kenntlich gemacht werden, schließlich hatte er sich und seine Technik darauf einzustellen. Und da fiel mir im Plattenschrank von Freund Hans die LP „Vivaldi Lute and Mandolin Concerti“ in die Hände. Die Produktion aus dem Jahr 1964 mit den Mandolinisten Paul Grund und Artur Rumetsch war auf dem „Turnabout Records“-Label erschienen. Und die schützende Innenhülle klärt lang und breit darüber auf, wie Schallplatten zu behandeln sind und die entsprechenden Abspielgeräte – in blauer Schrift, mit blauem Rand.

Gerade diese blaue Farbe war es, die dem Käufer signalisierte, es mit einer Stereo-Platte zu tun zu haben. Denn die Außenhülle verfügt über ein rundes Sichtfenster, in dem ein blauer Strich zu erkennen ist – Teil der Textumrandung. Gleich daneben steht dazu die Erklärung. Es hätte auch ein roter Strich sein können, dann wäre alles Mono gewesen. Das Foto unten zeigt es deutlich nebst einem antiken Preiscode-Schild eines Kölner Schallplattengeschäfts. Ein gestanztes Loch, ein Farbcode, eine feste Papphülle, ein tiefgrün silbernes Label: Manchmal wünscht man sich wirklich die Sinnlichkeit ins Tonträgerleben zurück. Werden USB-Sticks da jemals heranreichen?

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