Country und Oldtime rabiat

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Nachdem hier kürzlich von Bill Frisells CD „Nashville“ die Rede war, will ich in dem Zusammenhang nicht den New Yorker Jazzgitarristen Joel Harrison vergessen. Gegen sein 2003 vorgelegtes „Free Country“ wirkt Frisell allerdings wie Easy Listening – was nicht heißen soll, dass die gesamte Platte lang Harrison uns mit Anspruch überfrachtet. Bei den Stücken, die Norah Jones singt, geht es erwartungsgemäß ruhiger zur Sache, etwa mit „I Walk The Line“ oder dem „Tennessee Waltz„. Wirklich schmalzig wird es bei Joel Harrison aber nicht, im Gegenteil lässt er es gern krachen.

Vor allem aber interpretiert er Country-Klassiker und Wohlbekanntes aus den Appalachen („those old songs from the mountains“, würde der Doktor sagen) auf ureigene Weise – so sehr verändert, dass sie teilweise kaum wiederzuerkennen sind. Muss ja auch nicht. Zeigt aber schön, was aus der Essenz eines Liedes entwickelt werden kann. So muss man auch keine Angst haben, wenn „Will The Circle Be Unbroken“ auf der Liste steht oder „This Land Is Your Land“. Cash, Guthrie, Carter und Haggard: Nur letzterer durfte noch mit eigenen Ohren erleben, was Joel Harrison mit einem seiner Songs angestellt hat: „Sing Me Back Home“ gibt hier eine schöne Country-Ballade ab, mit ´ner fetten Portion Jazz drin. Mein Favorit: Cashs „Folsom Prison Blues“ in einer wirklich gut abgehenden und schön rabiaten Fassung.

Hübsche Musik, bei der nichts fehlt, oder? Ach so, ja doch, natürlich, ich Dummi.

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