Vom Wert des Vinyls

Aus Uwe Tellkamps im DDR-Dresden spielenden Roman „Der Turm“:

Niklas zog weiße Handschuhe an, kippte die Schallplatte, eine wippende EMI-Pressung, … aus der Hülle und dem mit Folie gefütterten Papierschutz, faßte die Scheibe zwischen Mittelfinger und Daumen …, begann sie mit extraweichen Kohlefasern zu streicheln, die wie eine Sammlung verführerischster Frauenwimpern in einer Aluminiumbürste aus Japan steckten … und den Staub schonender, dabei gründlicher entfernen sollten als das gelbe Tuch, das der VEB Deutsche Schallplatten manchen seiner Eterna-Alben beilegte, kämmte zärtlich und versonnen die feingewebte Tonspur nach, bis Erik Orré … sagte: „Nu, laß gut sein, Niklas, ich denke, du hast ihr Vertrauen.“

Soviel zum Thema Wertschätzung der Vinyl-LP. Wobei eine EMI-Pressung in der DDR eine unglaubliche Kostbarkeit gewesen sein dürfte.

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