Schön die Finger bei sich behalten

Eine dieser Kleinigkeiten aus dem Workshop mit Don Stiernberg: Man legt den ersten Finger auf die G-Saiten im fünften Bund (C), drückt und schlägt an, dann den zweiten Finger im sechsten Bund, den dritten im siebten und den kleinen im achten. Die Finger bleiben alle nach dem Anschlag liegen. Somit liegen dann alle Finger auf den G-Saiten. Dann geht Finger 1 allein nach unten auf die D-Saiten – der Rest bleibt wo er war. Dann ist die Reihe an Finger 2, während der Ring- und kleine Finger weiter auf den G-Saiten liegen. Schließlich geht der dritte Finger ebenfalls allein weiter zu den D-Saiten und zum Schluss folgt der Pinky. Und immer alle schön liegenlassen. So geht es fein nacheinander auf die A- und E-Saiten, bis der kleine Finger auf der Dünnen im 8. Bund den letzten Ton gegriffen hat. Und alles wieder von vorn, fünf Minuten täglich einzunehmen.

Wozu dieses unmusikalische und schlecht klingende Treiben? Es dient laut Don Stiernberg einmal dazu, die Koordination der Finger zu trainieren. Mir fiel es zunächst ziemlich schwer, meinem Ringfinger zu befehlen, sich ohne den kleinen Finger eine Saite nach unten zu bewegen, wo die anderen Finger schon lagen. Mit zunehmendem Training geht das aber immer besser. Der weitere Zweck ist zu lernen, die Finger beim Wechseln nah über den Saiten zu halten und nicht schwupps! weit nach oben wegzuschnellen. Und je näher man an den Saiten bleibt, desto schneller lässt sich spielen – so die Schule. Jaja, kommt mir jetzt nicht mit Sam Bush, der die Finger immer auf und ab tanzen lässt. Wir sind nunmal kein Sam Bush! Übt gefälligst, statt Ausreden zu suchen! Ich tu´s auch. Versprochen.

4 Gedanken zu „Schön die Finger bei sich behalten

  1. Wenn das dann klappt, probier mal, gleichzeitig Finger 1 und 3 zu versetzen, dann 2 und 4 zusammen und so weiter. Das Ganze von den hohen zu den tiefen Saiten und wieder zurück und auch mal mit vertauschter Reihenfolge, also 2/4, dann 1/3.

    Die Übung kenne ich unter dem Namen Spiderwalk und anfangs meint man, man hätte noch nie ein Instrument in der Hand gehabt…

    Gerhard

  2. Ja, so Fingerübungen gibt es! Werde ich auch mal probieren. Wenn aber keinen Spaß macht oder ich in kurzer Zeit den Sinn oder den Effekt nicht verstehe, lasse ich es wieder weg und spiele Fiddle-Tunes oder übe nach Internet-Bluegrassradio oder CD.

  3. Ich hab es probiert. Mit ein wenig Übung wird es klappen. Allerdings ist der Ringfinger widerspenstig. Und die Geschwindigkeit ist ein Problem. Ich werde es mal in mein Qualitätsmanagementsystem aufnehmen (hihi!). Werde ich in meinem Alter noch zum Sam Bush oder Adam Steffey oder Mike Marshall? Wir werden es sehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s