Brücken ohne Schrauben

Zugegeben: Zwischendurch befand ich mich auch mal im Tuning-Rausch – gedanklich. Nein, halt! Den Tone-Gard hab ich ja tatsächlich gekauft, eine der besten Investitionen der jüngeren Zeit. Wenn es an der Mandoline auch nicht so viel zu tauschen gibt wie beispielsweise an einem Banjo, so lässt sich doch manches losrütteln oder abschrauben. Der Steg etwa. Da habe ich mir noch nicht so viele Gedanken drum gemacht. Was aber ein Fehler sein könnte. Denn jetzt kamen mir Red Henry und seine Stege aus Ahorn in die Quere. Es handelt sich um einteilige Gebilde, die laut Red jede Mando besser klingen lassen. Er stellt die Dinger selbst her und verkauft sie für 20 Dollar oder so. Jedenfalls scheint es keine übermäßig teure Sache zu sein. Wir kennen das ja von unseren Banjo-Freunden: Wenn Ihr bei denen die Nachttischschublade aufzieht, kommen Euch Brücken ohne Ende entgegen – und die sind nicht dazu da, um sie in den Mund zu stecken. So schlimm dürfte es mit den Murphy-Brücken nicht kommen, obwohl der mit zig Holzsorten und Formen experimentiert hat, wie er Joe Mendel im Interview verrät. Die einzige Frage, die mir jetzt noch bleibt, ist allerdings: Wenn Ahorn so konkurrenzlos toll ist, warum setzen dann die meisten Hersteller weiterhin auf Ebenholz-Stege? Noch dazu auf zweiteilige? Was wäre die Welt ohne Rätsel.

Bridge506
Eine Elfloch-Stute, diese Brücke!

Ein Gedanke zu „Brücken ohne Schrauben

  1. Ich hab´s probiert. Vor einigen Jahren. War nicht übermäßig beeindruckend. Dazu kommt, dass die Dinger als Rohlinge geliefert werden. Man muss sie an die Wölbung der Decke anpassen. Und die obere Kante muss für die Saiten hergerichtet werden. Vorsicht, das alles ist eine knifflige handwerkliche Sache! Ich bin einen anderen Weg gegangen. Ich habe die Muttern. mit denen man die Steghöhe verändern kann durch Ebenholzblöckchen ersetzt. War auch eine schwierige Sache, aber einfacher als die Ahornbrücke anzupassen. Und das hat den Klang wesentlich verbessert! Mein Tipp: Spart die 20 Dollar + Versand + Zoll.
    Das mit dem Ebenholz ergibt sich (glaube ich) daraus, dass andere Hölzer (z.B. Ahorn) bei dem nicht sehr dicken Oberteil des 2-teiligen Stegs dem Saitendruck nicht standhalten können. Gegen Ahorn ansich wäre vermutlich nichts einzuwenden. Die Banjoisten schwören drauf.

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