Ein Küken besser als das andere

Manchmal lässt sich die Anerkennung, die ein Künstler oder eine Künstlerin genießt, am Kleingedruckten auf dem CD-Booklet ablesen, nämlich an den Namen der Gastmusiker, die alle den Zusatz tragen: „appears courtesy of“. Und bei diesem Album sind es Namen wie Jerry Douglas, Stuart Duncan, Chris Eldridge, Byron House, Paul Kowert, Mike Marshall, Tim O’Brien, Aoife O’Donovan, Darrell Scott und Chris Thile. Sie alle wirken mit auf der Debüt-CD einer 17-jährigen Mandolinenspielerin, Gitarrenspielerin, Banjospielerin, Klavierspielerin und vor allem Sängerin: Sarah Jarosz. Vor mehr als zwei Jahren hatten wir hier im Blog über sie berichtet. Seitdem habe ich aber vor allem vom Küken Sierra Hull gehört. Dabei geht die etwa gleichaltrige Sarah einen beachtlichen Weg. Ihre Stimme klingt nach Rickie Lee Jones und derart reif, dass man sie jederzeit viel älter schätzen würde – beim Hören. Auch ihr Songwriting geht schon jetzt in die Tiefe. Während Sierra Hull das fröhlich plappernde Teenie-Girl gibt, wirkt Sarah Jarosz wie das Gegenteil.

Auf ihrer ersten, bei Sugar Hill Records in diesem Sommer erschienenen CD „Song Up In Her Head“ klingt sie wesentlich mehr nach „Crooked Still“ als nach irgendetwas Anderem aus der Nähe des Bluegrass. Atmosphäre steht über Virtuosität. Es sind fast ausschließlich eigene Songs, die sie mal mit komplettem Bluegrass-Instrumentarium orchestriert, mal im Trio oder Duo in eine intime Stimmung taucht. Etwa, wenn sie zum Finale des Albums ihren „Little Song“ im Duett mit Chris Thile bestreitet. So machen die kleinen Dinge noch mehr Spaß. Mal gespannt, was da für eine Musiker-Generation heranreift – siehe auch diesen Ausschnitt von 2008, wo Sarah Jarosz gemeinsam mit Samson Grisman (Bass) und Alex Hargreaves (Fiddle) den Bill-Withers-Klassiker „Grandma´s Hands“ interpretiert. Cool.

Ein Gedanke zu „Ein Küken besser als das andere

  1. Allerdings sollte man guter Dinge sein, wenn man tatsächlich die ganze CD durchhören will. Ich finde sie ein wenig unbeschwingt, sehr laaaangsam – „schwermutig“ wäre aber das falsche Wort. Schön atmosphärisch, auch reif aber nur was für sonnige Tage, sonst krieg‘ ich Depressionen beim Hören.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s