Von zwei Seiten des Teichs

Gestern ging mir das Thema noch mal durch den Kopf: dieser Unterschied zwischen amerikanischem und englischem Bluegrass. Und das Thema erinnerte mich an das britische Blues-Revival in den 1960er-Jahren und die Rhythm ’n‘ Blueser in den Siebzigern. Ich werde das Gefühl nicht los, wir Deutschen bemühen uns in erster Linie, das amerikanische Vorbild genau zu kopieren. Die Engländer scheinen den Originalstoff tief zu inhalieren und dann verwandelt wieder auszuatmen – angefüllt mit ihrem Geist, der manches etwas sperriger und kantiger, aber teilweise auch poppiger macht. Möglicherweise versuchen sie sich aber ebenfalls an einer genauen Kopie, versagen dabei jedoch und haben so unbeabsichtigt was Neues erschaffen.

Vielleicht schreibe ich das aber auch nur, um eine Begründung zu finden, hier mal die guten alten „Dr. Feelgood“ mit dem 1994 verstorbenen Sänger Lee Brilleaux zu feiern – und in Vergleich zu setzen mit einem US-Vorbild. Dr. Feelgood spielten diesen zackigen Rhythm ’n‘ Blues, der sich auch im Zuge von Punk und New Wave gut machte. Dabei stammt der Ausschnitt von „Roxette“ hier unten schon von 1975! Und ihnen zur Seite setze ich mal klein-Walter, pardon: Little Walter, die Blues-Harp-Legende, die zu viel soff und sich zu oft prügelte und deshalb früh das Zeitliche segnete. Ich finde, das ist eine schöne Paarung zum Wochenende.

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