Huhn und Ei

Was war denn nun zuerst da: Huhn oder Ei? In gewisser Weise scheint sich auch Tim O’Brien auf seiner neuesten CD mit dieser Frage zu befassen – unter dem Titel Chicken & Egg veröffentlicht er am 13. Juli 14 Songs, die thematisch zusammengehören und in denen er sein Leben reflektiert. Wahrscheinlich unter dem Aspekt Ursache und Wirkung, was ja dem Huhn-Ei-Bild entspricht. Im Telluride-Podcast erzählt er mehr über sein 13. Solo-Album, das auf seinem eigenen Label Howdy Skies Records erscheinen wird. Musikalische Gäste sind unter anderen Sarah Jarosz, Bryan Sutton und Chris Stapleton. Wir warten gespannt.

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Loar mit Punch

„Wir sind keine Bluegrass-Band“, sagt Chris Eldridge so treffend im Film: A Conversation with Punch Brothers About Antifogmatic.  Nein, die Punch-Brüder fischen in anderen Gewässern, das ist ja wohl sowas wie Progressive Acoustic Music. Die Ausschnitte erzeugen jedenfalls bei mir Lust, diese CD zu hören. Scheinen ein paar schöne Sachen dabei zu sein. Und Chris Thile spielt anscheinend endgültig vor allem auf seiner Loar. Was da der Herr Dudenbostel wohl zu sagt?

Der Hase spielt Wassermusik

Was wird das für ein Wochenende!? Knalleheiß, Deutschland-Spiel am Sonntag, Volksfeste allerorten und Rüttgers verabschiedet sich von fast allen politischen Ämtern. Angela, allein zu Haus. Koch weg, Rüttgers weg, Wulf (vielleicht) weg – aber der violette Riese bleibt uns erhalten. Zeitlos. So zeitlos wie die Figur Mecki, den Älteren aus den Comics in der Hörzu bekannt. Dass es auch Mecki-Filme gab, weiß der junge Mensch heute ebenfalls nicht mehr. Hergestellt von den Brüdern Diehl, waren die Streifen tricktechnisch auf der Spitze ihrer Zeit. Und in diesem Schnipsel hier spielt eine Mandoline mit, die Übles erleiden muss …

Große Namen unterwegs

Jerry Douglas, Mike Compton, Stuart Duncan und Dennis Crouch: Sie alle werden in wenigen Tagen als Band durch Europa touren – unter dem Namen „The Sugarcanes“! Es handelt sich zwar ausnahmslos um Bluegrass-Stars, Bluegrass-Konzerte in Reinkultur sind jedoch nicht zu erwarten. Denn die Band begleitet Elvis Costello auf seiner Europa-Tournee, die am 27. Juni in London startet. Einen Monat lang werden sie unterwegs sein und dabei Deutschland links liegen lassen. Tatsächlich: kein Deutschland-Termin! Dafür welche in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Dänemark. Würde mich mal interessieren, warum das so ist. Naja, wer mag, kann ja nach Brügge reisen oder nach Rotterdam oder nach Montreux – wir sind ja alle Europa. Im Mittelpunkt werden sicher die Songs des Albums Secret, Profane and Sugarcane stehen. Aber wer weiß: Vielleicht gibt es doch ein paar Bluegrass-Einlagen der Herren.


Elvis und die Jungs spielen Grateful Dead – und der Autofokus nicht immer mit.

Die Mando in den Sümpfen

Gestern abend in der Kulturzeit auf 3Sat: In der Rubrik Da, da & da schwärmt Reporterin Nicolette Feiler-Thull von einem „Mandolinen-Virtuosen“ aus Frankreich: Féloche. Mal abgesehen davon, dass die Gute womöglich noch nie einen tatsächlichen Mandolinenvirtuosen gesehen hat – der Typ hat garantiert einen Knall! Aber so wie er sich auf der Bühne und in seinen Videos gibt, immer mit einer Mando um den Hals, lässig und verrückt, so könnte er selbst zum Kult werden und sein komisches kleines Instrument gleich mit. Die Musik klingt völlig schräg: eine Mixtur aus Cajun, Elektropop und verschiedenen Folkloren, dass Kollege Manu Chao neidisch werden könnte. Natürlich stecken auch Spurenelemente von Bluegrass drin. Oder ist das nur der Klang der Mando?

Im September kommt der abgedrehte Féloche zu einer Tournee nach Deutschland. Früher hat er Russenpunk gemacht, und der Punkgeist spukt auf jeden Fall auch in seiner jetzigen Musik. Die Franzosen sind eben speziell – nicht nur, was ihre Nationalmannschaft angeht. Auch in Sachen Pop wirken da ziemlich quere Köpfe.

Die Band der hohen Saiten

Billy Bright heißt der Mandolinenspieler der Two High String Band aus Austin/Texas, und manchmal guckt er so wie er heißt. Überhaupt klingen die Jungs ziemlich entspannt, beispielsweise bei Moonshine Boogie, dem Titelsong ihres vorletzten Albums. Mit dem jüngsten Werk Hot Texas Bluegrass Burrito stieß Banjoheld Alan Munde dazu – entsprechend hat sich der Sound verändert. Gemessen an den mir zugänglichen Samples zieht´s mich eher zu den beiden Vorgängern mit originellen Songtiteln wie Listen To The Rhododendron. Aufgefallen war mir die Band durch ein Instrumental vom Debut-Album Insofarasmuch – Instrumentalnummern mit Wiedererkennungswert fallen ja nicht gerade von den Bäumen. Insofern will ich Thanks Norman hier mal als Highlight verkaufen. Von da oben runterholen könnt Ihr den Song ja gegebenenfalls selbst …


Nicht verwechseln mit: Flying Burrito Brothers.

Eddies Mando-Grunge

Eddie Vedder, Frontmann von Pearl Jam, scheut sich als einer der Giganten der Rockmusik nicht, auf der Bühne Zwergeninstrumente einzusetzen: akustische oder elektrische Ukulele zum Beispiel, aber auch die Mandoline. Auf seiner jüngsten US-Tour zog er wiederholt was Kleines hervor – etwa um damit seinen Song Rise zu spielen. Ein neues Beispiel aus der nicht enden wollenden Reihe Mando-Pop. Oder heißt das bei Eddie Mando-Grunge?