Froh unddd munddder

Wassn eindlichch heut fürn Tach? Montach, hupps! Egal. Hoch die Dassen, ummp! Jenfalls hat Bear Family Reggords heute begannd gegem, dasssssser Richard Weize n IBMA-Award begommt, hicks! Dasser Cheffff un Grünner vonne Bearenfämmilli. Darauf einen Dujardin! Jawoll! Kriechter für seine Verdiensse ummmnnnn Bluegrass, wegen der gansen hisdorischen Aufnahmnnn, die der Bär sugänglich gemachd haddd. Gratulassssionnn!

Un Du machssss nomma die Gläser voll, weil diessss Blog hier heude Geburddsssdach hadd! Vier Jahre Dobbelsstobb! Nichsufassen! Wie die Szeit vergeht! Damalssss hiesssssen die Sechsämderdropfen noch Dooooorngaaaat oder sssso. Auf Euer Wohl, liiiiieebe Leserschar! Lassssd uns froh un munder ssssssein un heude ma was anneres auflegen, nämmmich dassssda unden. Un morgen sssssinnnn wer vleichd wieda nüchdern, upz.

Die Monkees auf Gras

Alte Recken waren auch mal jung – wie am Beispiel von Muleskinner am Mittwoch zu erleben. Andererseits: Junge Recken werden auch mal alt – aber noch ist es bei den Farewell Drifters nicht so weit. Noch pulst junges Blut durch ihre Adern. Allerdings greift ihre Musik hörbar in die Popvergangenheit zurück – sie scheinen eine Menge Sechzigerjahre-Zeugs verinnerlicht zu haben. Oder wie sagte Michael Johnathon von den Woodsongs anlässlich des Drifters-Auftritts dort: Klingt wie eine Mischung aus Newgrass Revival und den Monkees. Lasst doch der Jugend ihren Lauf!

Supergruppe ohne Bill

Geschichten von Irrsinn, Tragik und Leidenschaft – die Rockmusik steckt voll davon. Aber auch die Historie des Bluegrass hat manche Anekdote zu bieten. Etwa das Verzällchen rund um Muleskinner, oft bezeichnet als die erste Super-Gruppe des Genres. Die Band bestand aus Peter Rowan (v., g.), David Grisman (mand.), Bill Keith (bj.), Clarence White (g., v.), Richard Greene (fiddle, v.), John Kahn (b.) und John Guerin (dr.). Die Jungs sollten Bill Monroe 1973 bei einer Fernsehshow begleiten. Wer nicht kam, war Bill Monroe: Sein Bus hatte eine Panne. Also mussten Muleskinner die Sendezeit allein füllen – was sie so gekonnt taten, dass Warner Bros. gleich mit einem Plattenvertrag um die Ecke kamen.

So entstand im gleichen Jahr A Potpourri Of Bluegrass Jam, ein Bluegrass-Album mit Schlagzeug. Natürlich ist viel Zeit darüber hinweggegangen, aber wenn man sich die Samples heute so anhört, hält sich der angesammelte Staub doch in Grenzen. Im Gegenteil: Manchmal wirkt das Crossover regelrecht modern. In jedem Fall handelt es sich bei der ersten und einzigen regulären Muleskinner-LP um ein beachtenswertes Dokument. Aus der Gruppe wäre unter Umständen noch mehr geworden. Wenige Monate nach den Aufnahmen allerdings starb der legendäre Gitarrist Clarence White – er wurde von einem betrunkenen Autofahrer ums Leben gebracht.

Zehn statt acht

Als ob es uns nicht schon reichen würde, acht Saiten stimmen zu müssen, kommt Roger Bucknall von Fylde Guitars daher und präsentiert eine zehnsaitige Mandoline! Andere würden vielleicht Cittern dazu sagen, Bucknall selbst spricht gern von Mandolinas. Jedenfalls sind die Saitenpaare von der tiefsten zur höchsten CGDAE gestimmt. Das Instrument basiert auf der Gestalt einer Tenor-Mandola und könnte laut seinem Schöpfer praktischerweise auch in DGDAD-Tuning betrieben werden – das gibt dann wahrscheinlich einen schönen offenen Klang. Im jüngsten Newsletter stehen noch einige Zeilen mehr dazu. Lassen wir doch einfach der Innovation ihren Lauf.


Zehn Saiten für ein Hallelujah.

Musik und Technik #1

Unsereins kennt´s ja gar nicht anders: Musik ist immer und überall verfügbar – dank Technik. Und technische Geräte zur Musikwiedergabe begleiten unseren Lebenslauf: von den Apparaten unserer Eltern bis zum eigenen HighEnd-Tempel. Und weil es zur Musiksozialisation irgendwie dazugehört, startet heute eine lose Reihe namens Musik und Technik. Warum bloß? Weil ich gestern auf einen Stapel mit alten Prospekten und Bedienungsanleitungen gestoßen bin.

Und darin steckte auch das Heft zum UKW-Transistor-Koffer- und Auto-Empfänger der Firma Graetz, der den Namen Joker trug, und zwar genau gesagt Joker 1134. Aus diesem Radio drangen die Klänge an mein Babyohr. Und die Babyhände fanden die beiden aus dem Gerät ragenden Teleskopantennen so faszinierend, dass sie alsbald gekrümmt waren und das Gerät zu dessen Schutz in höher gelegenen Regionen aufgestellt wurde. Von dort erklang es meine gesamte Kindheit hindurch, besonders, wenn meine Eltern den Übertragungen aus der Grand Ole Opry lauschten! Ach was, vor allem vormittags die Woche durch: Südwestfunk, 1. Programm: Schlager! Diese Urmusik, sie steckt immer noch in mir drin und mag so manche geschmackliche Verirrung erklären, die dem intellektuellen Musikfreund befremdlich erscheinen mag.

Die Firma Graetz produzierte nach dem Krieg im westfälischen Altena allerhand Unterhaltungselektronik. Dieses Joker-Modell kam 1962 auf den Markt, für den offiziellen Verkaufspreis von 318 D-Mark. Viel Geld damals. Dafür war´s aber als Transistorsuper auch der letzte Schrei: Schluss mit Röhren, neun Transistoren besorgten die Verstärkung. Außerdem konnte es auch ins Auto eingebaut werden. Das Originalgerät befindet sich heute irgendwo im Radiohimmel.


Oben: Fasziniert lauscht das Baby dem Mandolinensolo Bill Monroes, das da aus der Grand Ole Opry übertragen wird – oder war es doch nur die „Leichte Brise aus Südwest“?

Weg mit dem Elend

Sehr nachdenklich und behutsam gehen The Swell Season mit dem gestern geschilderten Vorfall auf ihrer Facebook-Seite um. Sie musizieren weiter und bitten darum, das nicht als egoistisches Tun zu betrachten. Ach was. Wenn man nicht den totalen psychischen Knacks weg hat, warum sollte man dann nicht wieder auf eine Bühne gehen? Zumal dann, wenn man davon leben muss?

Das Projekt, ein Tribute-Album für John Martyn aufzunehmen, habe ich gestern kurz angerissen. The Swell Season interpretieren dafür das 1973 auf Solid Air erschienene Don´t Want To Know. Darin heißt es: „I don´t want to know about evil, I only want to know about love.“ Tja, wenn man es sich aussuchen könnte. Hier gibt´s was zu Lesen über die Aufnahmeprozedur. Und unten spielt John Martyn das Stück im Kreise der Transatlantic-Sessions-Musiker.

Musik und Horror

Berichten wollte ich eigentlich von einem geplanten Album zu Ehren des 2009 verstorbenen schottischen Songschreibers John Martyn. Davon, dass sich an dem Projekt Künstler wie Phil Collins, Donovan, The Cure und David Gray beteiligen. Außerdem die wunderbaren The Swell Season. Stattdessen hat mich eine andere Nachricht davon abgelenkt. Eine Horrorgeschichte, die Musiker ins Mark trifft: Während The Swell Season gestern abend ein Konzert Open Air im kalifornischen Saratoga spielten, stürzte sich ein Mann vom Dach des an die Bühne grenzenden Gebäudes, fiel durch die Traverse der Scheinwerfer und stürzte auf einen Lautsprecher – nur wenig entfernt von Sänger und Songschreiber Glen Hansard. Zuvor hatte der Selbstmörder im Publikum gesessen, sich dann aber entfernt und war aufs Dach geklettert. Zyniker würden sagen: Muss das ein übles Konzert gewesen sein. Mir steckt aber eher so etwas wie ein Phantomschreck in den Gliedern.

Sich vor einen Zug werfen, ist schon keine angenehme Sache für die Beteiligten. Aber während eines Konzerts von oben auf die Bühne springen und in Kauf nehmen, jemanden der Musiker zumindest zusätzlich schwer zu verletzen, ist schon ziemlich krank. Wie geht man mit so einem traumatischen Erlebnis wieder auf eine Bühne? Tragikomisches Element: Morgen soll die Band beim No Depression Festival auftreten. Keine Ahnung, ob The Swell Season ihre Tour fortsetzen. Aber vielleicht ist das auch das beste Mittel: Musik machen.


Ort des Geschehens: The Mountain Winery, eine Bühne, auf der ständig namhafte Musiker zu Gast sind.

Hinter der Suchmaske

Von Zeit zu Zeit komme ich einfach nicht umhin hier bekanntzugeben, mit welchen Suchbegriffen manche Web-User auf diesem Doppelstopp-Blog landen. Das könnt Ihr nicht sehen, aber ich. Es mitzuteilen ist meine Pflicht, da es Rückschlüsse auf den Zustand unserer Gesellschaft zulässt. Da hätte ich zunächst mal das Suchwort Eisbärbabys. Ob das noch in der Knut-Euphorie geboren war? Suchte da jemand puschlige Haustiere? Gar kein Naturfreund dürfte dagegen derjenige gewesen sein, der Folgendes in seinen Browser eingab: Vernichtungsmittel für Fichten. Dass er damit hier im Weblog gelandet ist, mutet tragisch an – sind doch Mandolinendecken in der Regel aus Fichtenholz geschnitzt! Handelte es sich bei dem Suchenden um eine Art Musik-Taliban?

Bitte Maschinen sauberhalten schrieb ein anderer ins Suchfenster – wonach mag ihm der Sinn gestanden haben? Nach den beliebtesten deutschen Verbots- und Gebotsschild-Texten? Aber nichts gegen diesen Suchbegriff hier: Fickschal! Da kann ich mir nun gar nichts drunter vorstellen. Was mit den Funktionen einer Gummipuppe, nur aus Wolle? Wenden wir uns wieder dem Musikalischen zu: tenor banjo mit metallischem klank tippte da jemand ein, der wohl mit der deutschen Rechtschreibung etwas auf Kriegsfuß steht. Oder hat sich das ohne mein Wissen in der Banjo-Szene eingebürgert, aufgrund des harten Twangs nicht mehr von Klang, sondern von Klank zu sprechen? Am Ende gar von Klonk? Diesem Fall setzte allerdings ein anderer Blogbesucher noch einen drauf: Er befand sich auf der Suche nach Muntamonika! Wollte er nach einem Instrument schauen oder einer Frau? Damit soll es für diesmal gut sein.

Die Hit!parade

Was so Schreckliches im Mainstream-Radio läuft, können wir alle tagtäglich selbst verfolgen. Aber es gibt ja auch eine erkleckliche Anzahl von Spartenradios, vor allem im Internet. Da laufen dann die heimlichen Hits. Welche das sind? Das herauszufinden, hat sich der Roots Music Report auf die Fahnen geschrieben. Dieser Dienst wertet laufend und weltweit das Musikprogramm von Stationen aus, die vor allem Roots-Musik verschiedener Genres senden, etwa Zydeco, Blues und Folk. Natürlich gehört auch Bluegrass zu den beobachteten Formaten. Und was lesen wir da für die aktuelle Woche? Am meisten Airplay erhält demnach gerade Jim Lauderdales CD Could We Get Any Closer? vor Dierks Bentley mit Up On The Ridge und Daily & Vincents Brothers From Different Mothers auf drei. Nicht, dass wir noch irgendwie hitparadengläubig wären in unserem Alter. Aber die Charts geben Anregung, mal auf den einschlägigen Wegen im Web nachzuhören, wie die Künstler klingen, die da gelistet sind und die man vielleicht noch nicht so gut kennt. Direkt zur Bluegrass-Top-50 geht´s hier.

Auf Kurs bleiben

Noch stecken wir mitten in der Ferienzeit, aber irgendwann, Freunde, irgendwann hat es ein Ende mit der faulen Zeit, dem nichtsnutzigen Aufderfaulenhautrumliegen! Dem unmotivierten Saitendrehen und ziellosen Plektrumknutschen! Es ruft der Ernst des Mandolinenlebens, in dem Leistung wieder zählt! Zum Beispiel bei zwei Mandolinenworkshops mit Jesper Rübner-Petersen, dem dänischen Mister Bluegrass-Improvisation. Da steht zunächst der zweitägige Kurs am 1. und 2. Oktober in Reinheim auf dem Plan, der auf zwölf Teilnehmer begrenzt ist. Der Kursort klingt vielversprechend: das Wirtshaus „Zum kühlen Grund“. Na denn Prost, Ihr Bierpicker! Alles Weitere verrät Hans-Werner Grünewald auf seiner Website Vintage Frets.

Im weiteren Verlauf dieses herrlichen Jahres steht dann der schon traditionelle Mando-Workshop mit Jesper in der Solinger New Acoustic Gallery unseres Spezis Oliver Waitze auf dem Programm. Der Lehrgang ist etwas nach hinten gerutscht: auf den 12. bis 14. November. Dann ist ja fast schon Weihnachtszeit. Gelegenheit, bei Oliver einzukaufen und den Daheimgebliebenen eine Kleinigkeit mitzubringen – vielleicht ein Banjo oder eine Mandoline? Dieser Kurs ist auf 15 Teilnehmer begrenzt. Wer also nachher nicht dumm vor der Tür stehenbleiben will, der sollte sich schonmal entscheiden. Falls jemand von weiteren Mando-Workshops in diesem Restjahr weiß: bitte melden.

Zweimal Oktav in Blond

Irgendwann nach Mitternacht in der Nacht von Freitag auf Samstag beim Bluegrass-Festival in La Roche holte Martino Coppo, Mandolinenspieler von Red Wine, seine Oktavmandoline raus, um damit Across The Great Divide auszumalen. Es war das gleiche Modell, das Tim O’Brien spielt und Martino machte – wie nicht anders zu erwarten – eine gute Figur damit. Und ihr Erbauer Corrado Giacomel wohnt ja im Prinzip auch gleich bei ihm um die Ecke: In Genua, da ist was los! Bei einem kurzen Gespräch am Samstagabend erzählte Martino Coppo dann, dass Tims OM eigentlich für ihn gebaut worden war. Aber in einem solchen Fall teilt man wohl gern. Zumal er eben das gleiche Modell bekommen hat, nur etwas später. Der Beweis, dass dies alles sehr freundschaftlich abgelaufen sein muss, ist ja wohl der, dass Tim O’Brien beim jährlichen Fest von Red Wine schonmal Stargast war. Fein, sehr fein. Lasst Eure Turtles nur erklingen! Und solange nicht zwei Frauen mit identischen Oktavmandolinen auf einer Bühne erscheinen …


Martino mit OM: keine Verwechslung mit O’Brien möglich.

Letzter Zug zu den Affen

Als Covered Grass jüngst in La Roche sur Foron beim Bluegrassfestival zu Gast war, wohnte die Band während der Woche in dem Bergdorf Le Chenaillon. Dort gab´s auch zwei Auftritte – einen davon im sogenannten Green Monkey Pub. Aber von grünen Monkees keine Spur. So, Achtung, und jetzt kommt die Überleitung: Dafür aber haben sich die Grascals eine alte Nummer der ersten Casting-Band der Welt, der Monkees, vorgenommen: Last Train To Clarksville. Wieder einmal zeigt sich, dass aus jedem Stück eine gute Bluegrass-Nummer werden kann, wenn man´s denn drauf hat. Und die haben´s so drauf, dass es wahrhaftig Spaß macht zuzuhören.

Man trifft sich – im Netz

Manche treffen sich in Lindelbrunn, andere in Voorthuizen, diese und jene auch in La Roche sur Foron. Aber ach, was soll das viele Reisen? Es gibt doch jetzt auch ein europäisches Bluegrassforum im Internet, der ideale Treffpunkt für zwischendurch. Initiiert hat ihn der Wetzlarer Rechtsanwalt Reinhard Becker unter BluegrassForum.EU – gepaart mit dem Untertitel: The European Bluegrass Meeting Place. Man merkt schon an der Wahlsprache Englisch: Es geht international zu. Aber auch deutschsprachige Beiträge sind erlaubt. In derzeit elf Kategorien kann sich der schreibkundige Bluegrasser austoben. Und da so ein Forum ja tatsächlich vom Mitmachen lebt, sollen alle, die das hier lesen, zumindest mal reingucken. Die Registrierung muss wohl aus Gründen des Spamschutzes sein und ist fix erledigt. Einige Themen sind schon jetzt brandheiß, zum Beispiel die Frage: Was tun, wenn Dein Banjo den Hals verliert? Meine persönliche Antwort darauf habe ich längst gefunden. Verrat ich aber nicht.

Das Rad dreht sich weiter

Lebensphilosophie drückt sich gelegentlich recht bildhaft aus: „Das Rad dreht sich immer noch, aber der Hamster ist weg.“ Von John Hartford soll der Spruch stammen, und der hatte ja bekanntlich Humor. Ich werde trotzdem noch eine ganze Weile darüber nachdenken, welchen Sinn der Satz haben könnte. Das Leben geht immer weiter, auch ohne Hamster? Schon gut, schon gut, ich werde für den nächsten Versuch tiefer schürfen.

Bei der Gelegenheit: Auf Spiegel Online sind momentan Farbfotos aus einer Zeit zu sehen, als Bluegrass noch blutjung war bzw. gerade entstand. Sämtliche Bilder zeigen Alltagsszenen aus den Vereinigten Staaten der 1930er- und 40er-Jahre und lassen uns eintauchen in eine Zeit, als Woody Guthrie und die anderen Helden unterwegs waren. Auch der junge Bill Monroe. Insofern lohnt sich ein Blick auf die 26 Fotos. Und als Soundtrack dazu eignen sich die frühen Aufnahmen der Bluegrass Boys, Lieder von Woody Guthrie oder Leadbelly. Von mir aus auch Hank Williams.

Bibeys Töne, hart gekocht

Als am vergangenen Freitag gegen 22.30 Uhr Dale Ann Bradley samt Band die Bühne des Bluegrass-Festivals in La Roche sur Foron betrat, hatte sie nicht nur Steve Gulley am Bass an ihrer Seite, sondern auch einen der profiliertesten Mandolinenspieler der Szene: Alan Bibey. Wem die Firma Gibson ein Signature Model widmet, der muss was zu bieten haben. Und das hat der Mann ja auch. Den dicken Max musste er dafür nicht geben, seine Art zu spielen benötigt keine großen Effekte. Passagenweise klang es ziemlich jazzig, manchmal flogen die Triolen um die Ohren, ohne dass er dadurch als Fremdkörper in einer Bluegrass-Band wirkte.

Eines allerdings war ziemlich enttäuschend: der Sound. Seine Mando klang hart, metallisch, irgendwie kalt. Was einen wundern muss, denn von CD ertönt ein angenehm warmer Klang. Der mag dann zwar von seiner Lloyd Loar stammen, signiert am 9. Juli 1923 (der gleiche Tag wie Bill Monroes Loar). Aber das kann der Grund nicht sein. Ich trau mich kaum zu behaupten, dass die Techniker eines Bluegrass-Festivals den Sound nicht im Griff haben. Aber die Mando Alan Bibeys klang definitiv unfreundlich. Und es war wohl nicht das einzige Soundproblem auf dem Festival, wenn mich meine Ohren nicht komplett getäuscht haben. Wie schön, dass es immer was zu verbessern gibt.