Bibeys Töne, hart gekocht

Als am vergangenen Freitag gegen 22.30 Uhr Dale Ann Bradley samt Band die Bühne des Bluegrass-Festivals in La Roche sur Foron betrat, hatte sie nicht nur Steve Gulley am Bass an ihrer Seite, sondern auch einen der profiliertesten Mandolinenspieler der Szene: Alan Bibey. Wem die Firma Gibson ein Signature Model widmet, der muss was zu bieten haben. Und das hat der Mann ja auch. Den dicken Max musste er dafür nicht geben, seine Art zu spielen benötigt keine großen Effekte. Passagenweise klang es ziemlich jazzig, manchmal flogen die Triolen um die Ohren, ohne dass er dadurch als Fremdkörper in einer Bluegrass-Band wirkte.

Eines allerdings war ziemlich enttäuschend: der Sound. Seine Mando klang hart, metallisch, irgendwie kalt. Was einen wundern muss, denn von CD ertönt ein angenehm warmer Klang. Der mag dann zwar von seiner Lloyd Loar stammen, signiert am 9. Juli 1923 (der gleiche Tag wie Bill Monroes Loar). Aber das kann der Grund nicht sein. Ich trau mich kaum zu behaupten, dass die Techniker eines Bluegrass-Festivals den Sound nicht im Griff haben. Aber die Mando Alan Bibeys klang definitiv unfreundlich. Und es war wohl nicht das einzige Soundproblem auf dem Festival, wenn mich meine Ohren nicht komplett getäuscht haben. Wie schön, dass es immer was zu verbessern gibt.

2 Gedanken zu „Bibeys Töne, hart gekocht

  1. ich war nicht vor ort, habe aber oft genug schon erlebt, daß viele eigner einer anlage nicht in der lage sind, einen vernünftigen klang herzustellen, das heißt, nicht jeder der sich eine (große) anlage kaufen kann, kann auch damit umgehen. viele mischer sind rockveranstaltungen gewohnt und haben keinerlei ahnung, wie man eine akustiktruppe abmischen muß.
    sehr, sehr schade eigentlich.

  2. Ein Ärgernis..in der Tat! Es liegt aber selten an der Anlage. Ein guter Techniker kann mit jeder Anlage arbeiten. Die Profi Bands haben deswegen ja ihre eigenen Soundmann dabei, das Risiko schlechten Klangs können die sich nicht leisten. Warum allerdings Veranstalter sich so viel Mühe machen die Bands auszusuchen und beim Techniker dann jegliche Sorgfalt sausen lassen, habe ich bis heute noch nicht herausgefunden – es gibt sie ja, die Guten!

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