Supergruppe ohne Bill

Geschichten von Irrsinn, Tragik und Leidenschaft – die Rockmusik steckt voll davon. Aber auch die Historie des Bluegrass hat manche Anekdote zu bieten. Etwa das Verzällchen rund um Muleskinner, oft bezeichnet als die erste Super-Gruppe des Genres. Die Band bestand aus Peter Rowan (v., g.), David Grisman (mand.), Bill Keith (bj.), Clarence White (g., v.), Richard Greene (fiddle, v.), John Kahn (b.) und John Guerin (dr.). Die Jungs sollten Bill Monroe 1973 bei einer Fernsehshow begleiten. Wer nicht kam, war Bill Monroe: Sein Bus hatte eine Panne. Also mussten Muleskinner die Sendezeit allein füllen – was sie so gekonnt taten, dass Warner Bros. gleich mit einem Plattenvertrag um die Ecke kamen.

So entstand im gleichen Jahr A Potpourri Of Bluegrass Jam, ein Bluegrass-Album mit Schlagzeug. Natürlich ist viel Zeit darüber hinweggegangen, aber wenn man sich die Samples heute so anhört, hält sich der angesammelte Staub doch in Grenzen. Im Gegenteil: Manchmal wirkt das Crossover regelrecht modern. In jedem Fall handelt es sich bei der ersten und einzigen regulären Muleskinner-LP um ein beachtenswertes Dokument. Aus der Gruppe wäre unter Umständen noch mehr geworden. Wenige Monate nach den Aufnahmen allerdings starb der legendäre Gitarrist Clarence White – er wurde von einem betrunkenen Autofahrer ums Leben gebracht.

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