Profis aus der Schachtel

Der Computernutzer schwankt zwischen Faszination und Erschauern: Wer die neueste Version der Software Band In A Box testet, mag seinen Ohren nicht trauen. Denn was er zu hören bekommt, klingt nicht nach Midi und nicht nach Rechner, sondern nach Musik. Das gilt nicht nur für gängige Pop-, Rock- und Jazzmusik. Nein, auch Nischengenres wie beispielsweise Bluegrass wirken wie von Menschen gespielt. Letztlich sind sie das sogar – die Mandolinenparts zum Bluegrass-Style des Programms hat etwa Andy Leftwich eingespielt, Mitstreiter von Ricky Skaggs als Fiddler in dessen Band Kentucky Thunder. Wer es nicht selbst gehört hat, mag jetzt ungläubig und zutiefst skeptisch den Kopf schütteln. Aber selbst ein von der Software generiertes Mando-Solo – dem Leftwichs Töne zugrunde liegen – klingt, als hätte das ein Meister genau so eingespielt.

Die Luxus-Version 2010 des Programms mit jeder Menge wav-Dateien macht letztlich auch die kaufbaren Playalong-CDs überflüssig; nicht nur, weil man sich mit BIAB seine eigene Backup-Band zusammenstellt, die genau die Akkorde in dem Tempo spielt, das man ihr vorgibt. Auch deshalb, weil sich die Combo aus dem Rechner jedesmal anders anhört, also jede Menge Variationen beherrscht, während die Stücke von CD logischerweise immer genau gleich klingen. Musiker, die die Software nutzen, sprechen von einem völlig neuen und höchst motivierenden Übe-Erlebnis. Und Komponisten sowie Arrangeure finden damit sowieso ein traumhaftes Arbeitswerkzeug. Der Rest ist Kulturpessimismus. Und Gruseln.

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