Respekt im Theater

Respekt, den wollte er haben. Respekt für den Musikstil Bluegrass, weswegen Klaus Grotelüschen letztlich sein legendäres Festival in Neusüdende ad acta legte. Wie steht es in der neuen Ausgabe des Folker zu lesen:

Aber der Veranstaltungsort war nun einmal ein Landgasthof mit einer ausladenden Theke im Vortragssaal, und das Publikum rekrutierte sich – im etwas peinlichen Gegensatz zu den meisten US-Musikern auf der Bühne – zu einem immer größer werdenden Teil aus bunt kostümierten Cowboys und Cowgirls, die letztlich mehr daran interessiert waren, sich mit ihresgleichen auszutauschen, als grandioser Musik zuzuhören.

Schön formuliert, Kai Engelke. Wer will sich des Eindrucks erwehren, dass ein Teil des Bluegrass-Publikums und der entsprechenden deutschen Szene offenbar mehr an Selbstinszenierung in Westernklamotten interessiert ist als tatsächlich zuzuhören, was da auf der Bühne passiert. Klaus Grotelüschen jedenfalls zog die maximale Konsequenz: Er veranstaltet Bluegrass-Konzerte nur noch in einem Rahmen, der Respekt gegenüber den Künstlern ausdrückt und einfordert: im Oldenburgischen Staatstheater.  Glücklicherweise mit Erfolg. Der kleine Artikel lässt sich im Folker Nr. 6/2010 lesen (wo übrigens auch ein Beitrag über Seth Lakeman zu finden ist). Und wer mag, kann Grotelüschen unterstützen, indem er CDs bei ihm kauft – im Hillbillie Guesthouse.

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