Nachher ist vorher

Erst wenn das letzte Konzert gespielt, das letzte Catering serviert und der letzte US-Amerikaner sein Flugzeug bestiegen hat, dann ist es wirklich vorbei, das Bluegrass Jamboree 2010 – so geschehen am vergangenen Wochenende. In diesem Jahr wurde es aufgrund der Witterung zum Snowgrass Jamboree: ohne allerdings ein übles Loch im Budget zu hinterlassen. An den Abendkassen war zwar der Umsatz geringer als erwartet, dafür lief der Vorverkauf besser als im vorigen Jahr. Promoter Rainer Zellner von Music Contact zieht trotz manchmal widriger Umstände eine positive Bilanz. Er spricht von durchweg großer Begeisterung – bei Publikum und Musikern gleichermaßen. Die Künstler aus den USA genossen offenbar den Umstand, bestens versorgt zu werden, so wie echte Stars eben. „Für alle war es eine ‚Lifetime Experience'“, bekräftigt Rainer Zellner. Das kann ja nur hilfreich sein, wenn sie zu Hause das Jamboree loben: könnte auch mal der Türöffner sein, um die ein oder andere Band nach Europa zu locken.

Und weil nach dem Jamboree vor dem Jamboree ist, stehen für den Dezember 2011 bereits zwei Namen im Raum, nein, nicht Hank Snow (tot) und auch nicht Snowy White (Rocker), sondern: die Deadly Gentlemen und Della Mae – da gibt´s für die Herren wieder was zu gucken, aber vor allem zu hören. Auf jeden Fall hält Rainer Zellner an der Mischung aus drei Bands fest, die eben nicht dreimal Hardcore-Bluegrass liefern. „Die Mischform Bluegrass setzt sich aus vielen Stilrichtungen zusammen, und die möchte ich beim Jamboree in guter Qualität präsentieren“, lautet sein Credo. Und weil´s die Mischung macht, holte jetzt nicht nur Michael Cleveland die Leute von den Stühlen, sondern auch die rotzigen Shotgun Party sorgten für Begeisterung und positive Überraschung. „Die waren wirklich umwerfend“, urteilt der Promoter. Und was sagt die Großstadtpresse? Eine Stimme, der Berliner Tagesspiegel, lässt sich hier vernehmen.

Im Übrigen tourt bereits Ende Januar/Anfang Februar 2011 der nächste Knaller durchs Land: Joy Kills Sorrow. Wer immer aus der Mandolinen-Fraktion Gelegenheit dazu hat, muss hin: Mando-Spieler Jacob Jolliff ist eine echte Granate, wie auch hier schon zu lesen war. Vielleicht hat bis dahin Bill Monroe turnusmäßig die Rolle des Wettergotts inne und sorgt für freie Straßen.

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