Der aktuelle Konzerttipp

Jetzt in Deutschland unterwegs: Joy Kills Sorrow! Die US-Band spielt Anfang Februar mehrere Konzerte hierzulande. An der Mandoline zeigt Jacob Jolliff, was man alles mit dem kleinen Gemüsehobel machen kann. Der Filmer des Videos hier unten aber mag anscheinend keine Mandos – oder nur deren Kopfplatten. Aber zu hören ist der wahre Jacob gut. Und was will man mehr. Die sind alle noch so jung! Wie sich das wohl entwickeln wird?

Romantisches aus Rom

Noch mehr von unseren italienischen Verbündeten – bezogen auf akustische Musik mit Mandoline: David Loris heißt ein Singer/Songwriter, der eng mit den kürzlich hier vorgestellten Jungs von Rusticiallegri zusammenarbeitet. Zumindest Mandolinenspieler Patrizio Petrucci ist auch bei Loris mit von der Partie und auf zwei Demo-Stücken zu hören, die hier abrufbar sind. Hübsch flockiger Mando-Pop, würde ich sagen, der da vor den Toren Roms entsteht. Der in Kalifornien geborene David Loris passt mit seiner sanften Stimme in die Kuschelecke, wo zwar mächtig Gedränge herrscht, aber möglicherweise immer noch Platz bleibt für eine ungewöhnliche Instrumentierung und einprägsame Melodien. Das erste Album Floating Away steht sogar zum freien Herunterladen bereit. Für unsereins dürfte aber die bereits angekündigte neue CD interessanter sein – da mit Mandolinenalarm!


David Loris samt Mitstreitern – links Petrucci, unscharf, aber mit scharfer Mandoline.

 

Heiße Posen, heiße Töne, heißes Huhn

Die Italiener sind schon ein erstaunliches Volk. Nicht nur, dass die Mehrheit immer wieder Berlusconi wählt, nein, auch musikalisch werden diese Südländer ständig auffällig. Im Sektor Bluegrass sowieso, siehe Bands wie Red Wine, Bluegrass Stuff oder Bononia Grass. Aber selbst grenzüberschreitend können sie uns in Erstaunen versetzen. Nehmen wir nur mal Rusticiallegri: ein Quartett aus Castelli Romani mit einem gewissen Patrizio Petrucci an der Mandoline. Im Video hier unten posen sie zwar zum Playback, aber irgendwer muss es ja mal eingespielt haben. Und was soll das überhaupt sein? Rockabilly, Jazz, Bluegrass oder wie oder was? Da können wir jetzt ein ganzes Wochenende drüber nachdenken.

Papierflieger im April

Nur um das sauber zu lösen: Vor einigen Tagen hatte ich fallen gelassen, dass für dieses Jahr ein neues Album von Alison Krauss & Union Station zu erwarten ist. Inzwischen gibt es offiziell ein Veröffentlichungsdatum: den 12. April. Das gilt erstmal zumindest für die USA, ob´s in Europa derselbe Tag sein wird – keinen Schimmer. Aber der Titel steht schon fest: Paper Airplane. Na denn mal guten Flug, Frau Krauss! Wer bastelt den besten Papierflieger? Diese Frage beantwortet auch ein kurzes Ankündigungsvideo nicht, dass ich mir hier erspare anzufügen, weil es komplett nichtssagend daherkommt. Da hilft nur abwarten.

Ein Anaheim für Instrumente

Die weltgrößte Musikmesse gibt´s natürlich in Frankfurt am Main. Die lässt in diesem Jahr aber noch auf sich warten – darüber wird es April. Gerade gestern zu Ende gegangen ist dagegen die Winter NAMM Show im kalifornischen Anaheim, angesichts ihrer Größe auch nicht zu verachten. Aber ein bisschen weit, um mal eben gucken zu gehen. Dafür haben ein paar Augenzeugen im Forum des Mandolin Café notiert, was ihnen an Mandolinen-Neuheiten aufgefallen ist. Und da könnten wir doch mal eben spinxen.

Aus zwei mach drei

Wir sind ja auch die Klatschzentrale der Mandolinenwelt. Und als solche hatten wir schonmal spekuliert, dass, wenn sich das Paar Caterina Lichtenberg/Mike Marshall mal trifft, erstklassiger Mandolinennachwuchs herauskommen könnte. Nun ja, was soll ich sagen? Seit einer Weile muss sich Caterina wohl ständig folgendes Scherzwort anhören: Na, Caterina, hast Du Dein Instrument verschluckt? Ja, tatsächlich: Das Duo befindet sich in guter Hoffnung! Und ich bin sicher, im Namen der gesamten Leserschaft zu sprechen, wenn ich dem Paar bzw. Trio alles Gute wünsche, vor allem Gesundheit für alle Beteiligten. Für uns wird die Geburt des Kindes Ansporn sein, wenigstens so alt zu werden, um miterleben zu können, welche musikalischen Gene der kleine Räuber geerbt hat. Wenn diejenigen der Eltern alle durchschlagen, kann Chris Thile ja wohl einpacken! Andererseits: Wenn sich jetzt Chris Thile und Sierra Hull paaren würden – also nur theoretisch -, was wäre das Ergebnis? Genug. Wir sind ja hier nicht beim Lebensborn. Ein Hoch auf die werdenden Eltern!

Die Nominierten

Wir müssen nun einmal nachrichtlich werden: In einem Monat, am 13. Februar, werden zum 53. Mal die Grammy-Awards vergeben. In der Kategorie Best Bluegrass Album sind nominiert: Sam Bush-Circles Around Me; Peter Rowan Bluegrass Band-Legacy; The Del McCoury Band-Family Circle; Patty Loveless-Mountain Soul II und The Steeldrivers-Reckless. Einer wird das Rennen machen. Außerdem ist Robert Plant mit Band Of Joy im Rennen, wo ja Darrell Scott maßgeblich beteiligt war – in der Kategorie Best Americana Album.

Was könnte uns sonst noch interessieren? Unter Umständen die Nominierungen von The John Hartford String Band (Memories Of John) und Ricky Skaggs (Songs My Dad Loved) in der Sparte Best Traditional Folk Album sowie die alten Kämpen Jackson Browne & David Lindley (Love Is Strange – En Vivo Con Tino), die im Bereich Best Contemporary Folk Album zur Wahl stehen – übrigens gemeinsam mit Richard Thompson (Dream Attic). Selbst der knorrige Alte, Guy Clark, erscheint dort mit Somedays The Song Writes You.

Die Steeldrivers tauchen übrigens nochmal auf, mit dem Song Where Rainbows Never Die, und zwar unter Best Country Performance By A Duo Or Group With Vocals – der Erfindungsreichtum der Akademie in Sachen Rubriken scheint schon fast legendär. Unterm gleichen Dach harren auch Daily & Vincent auf einen Grammy für Elisabeth.  Wer dann noch weiterstöbert, stößt auf die Abteilung Best Country Collaboration With Vocals und damit auf die Nominierten Dierks Bentley, Del McCoury & The Punch Brothers auf U2-Trip: Pride (In The Name Of Love) heißt ihr Liedl. Und dieses Stück Musik wollen wir uns nach so vielen Buchstaben gönnen. Wie Del McCoury den Chorus singt und Chris Thile das Intro spielt – schöne Sache. Holt Euch den Grammy! Alle Nominierten – von denen ich einige wenige noch unterschlagen habe – finden sich hier.