Pfeil im Koffer

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen! Deshalb heute mehr über Tim Connell, den Mandolinenspieler aus Portland/Oregon, der in Boston am New England Conservatory of Music studierte und als Abteilungsleiter Choro zum Führungspersonal des jährlichen Mandolin Symposiums im kalifornischen Santa Cruz gehört. Ich habe ihn am Mittwoch vor seinem Auftritt in der New Acoustic Gallery in Solingen kennengelernt, ein sehr angenehmer Umgang – und er spricht sogar ziemlich gut Deutsch. Woran das liegt? Vor 21 Jahren kam er als Austauschstudent nach Tübingen, blieb ein Jahr und lernte dort auch seine spätere Frau kennen; keine Deutsche, sondern eine Irin. Und weil er derzeit auf Verwandtschaftsbesuch bei seiner irischen Schwiegermutter weilt, hat er die Zeit genutzt, um wieder mal Deutschland einen Besuch abzustatten.

Tim Connells Leidenschaft gehörte zunächst der irischen Musik, der er allerdings nicht mit der Mandoline unterm Arm frönte, sondern der Tin Whistle im Mund. Von dort kam er dann zur Mando und studierte u. a. klassische Mandoline am NEC. Später kam seine Liebe für brasilianischen Choro dazu, woraus eine intensive Beziehung wurde. Mit Rio Con Brio zeigt er seine Kunst in diesem Genre. Wahrscheinlich liegt es am Klima in Oregon, dass man gern sonnige Musik spielt …

Ein Bluegrasser war Tim nie. Und auch sein Instrument ist keine F5, sondern eine optisch eher an eine Breedlove erinnernde Mandoline der Marke Arrow. Dahinter steckt der Luthier Paul Lestock, der in Mosier/Oregon lebt und arbeitet. Lestock baut nicht nur Mandolinen, sondern auch Mandolen, Mandocelli und Tenorgitarren. Die bekanntesten Instrumente aus seiner Werkstatt dürften die viersaitigen Jazzbos sein, edle Instrumente im Look alter Jazzgitarren. Eine Website hat Paul Lestock aktuell leider nicht, aber bei Interesse lässt sich über Tim Connell ein Kontakt herstellen.

Der spielt übrigens – oh Wunder – keine Blue-Chip-Picks. I tried to love them, kommentiert er das und bestätigt gleichzeitig, dass die Wahl eines Plektrums auch stark von dem Instrument abhängt, das man spielt und von den eigenen Soundvorstellungen. Er nutzt meistens die guten alten Wegen TF 140 Picks, modifiziert sie allerdings mit Nagelpflege-Sandpapier, um sie anzuspitzen. I need a pointed one, und also bastelt er sie sich selbst. Manchmal greift er auch zu Pro Plecs von D´Andrea, die auch Mike Marshall bevorzugt. Alles, nämlich Mensch, Mando und Plec, könnt Ihr auf dem Foto hier studieren.


Pfeilschneller Mann: Tim Connell.                                    (Foto: Volker Valdix)

2 Gedanken zu „Pfeil im Koffer

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