Zum Fünfjährigen auf Sendung

Als Versuch hat es begonnen, um mal zu testen, wie das so funktioniert mit dem Bloggen. Und dann ging das so weiter über die Jahre, das Schreiben und Youtube-Videos einstellen rund ums Thema Mandoline. Tatsächlich gibt es Doppelstopp heute auf den Tag genau fünf Jahre! Korken hoch! Lasst die Tassen knallen! Jetzt wird gefeiert! Dem 30. August 2006 gedacht! Aber wie? Ich könnte ja zu einer Facebook-Party einladen. Zu riskant. Vielleicht ein großes städtisches Hotel mieten und die riesige deutsche Mandolinengemeinde dorthin einladen? Zu teuer. Einen Ehrenbembel mit Doppelstopp-Aufdruck in Auftrag geben und verschenken! Zu bieder. Ach, warum tu ich zum Jubiläum nicht etwas für die treue Lesergemeinde dieses Blogs, das diesen flüchtigen Tag überdauert? Etwas mit ein bisschen Mehrwert? Wo man längere Zeit Freude dran hat?

Eventuell einen Radiosender ins Internet pflanzen, der nahezu ausschließlich Musik spielt, an der Mandolinen beteiligt sind! Mit viel Bluegrass, Americana und Folk! Und etwas Rockigem als Würze. Vielleicht ein bisschen Off-beat aus Jamaika in der Nacht? Und das Ganze dann Doppelstopp-Radio nennen! Aber reicht dazu das Musik-Archiv? Immerzu senden? Da wird es manche Wiederholung geben. Aber die gibt es im normalen Radio ja auch, Heavy Rotation und so. Also frisch ans Werk! Ab wann wird Doppelstopp denn senden? Wir fragen Günter Schabowski, früher Mitglied des Politbüros des ZKs der SED und für Aufsehen erregende Verlautbarungen zuständig. Also, Herr Schabowski, ab wann ist Doppelstopp auf Sendung? Nach meiner Kenntnis ist das sofort – unverzüglich. Danke! Und oben rechts in der Ecke steht ja auch schon unser Radiosymbol: draufklicken und hören. Ein neuer Versuch. Mal sehen, wie lange der dauert.

Die Station im Bild

Advertisements

Alles in Einem

Das nenne ich doch mal eine friedensstiftende Maßnahme! Niemand muss sich zurückgesetzt oder gar diskriminiert fühlen, keiner sollte beleidigt oder bockig sein: Das Plakatmotiv der aktuellen jährlichen Business Conference der International Bluegrass Music Association (IBMA) in Nashville vereint alle wesentlichen Bluegrass-Instrumente in einem! Und das sieht sogar noch gut aus! Wir haben uns immer schon eingesetzt für die friedliche Koexistenz der Instrumentengattungen, wenn es auch manchmal Spaß macht ein wenig zu frotzeln. Hier nun haben wir auch ein Symbol dafür, dass alles eins ist und zusammengehört. Wie wird mir bei diesen Worten? Ich bekomme ein Gefühl, als wäre morgen schon Sonntag, so weihevoll tönen mir die eigenen Worte im Ohr. Ich muss lassen. Genießt das Motiv. Und beachtet, wer den Kopf des Ganzen bildet!

Musikalische Tatzen

Es ist doch immer schön zu sehen, wie sich Künstler weiterentwickeln. Beispiel Bearfoot: Über die Band aus diesem merkwürdig weit weg seienden US-Bundesstaat Alaska war hier vor etwa einem Jahr zu lesen. Damals musste ich bei Youtube mühsam nach einem halbwegs anschaubaren Filmchen suchen. Inzwischen haben die Bärentatzen mehr vorzuweisen – etwa das unten angefügte Video zu When You´re Away. Außerdem wird Ende September ihr fünftes Album erscheinen, das erste mit neuer Besetzung. Einen Vorgeschmack gibt die Website von Compass Records. Geblieben sind u. a. Jason Norris an der Mandoline und die Fähigkeit der Band, eingängige Songs zu schreiben, die dem Pop nahe sind und der Tradition nicht fern. Könnte eine schöne CD werden.

Dank an Loriot

Ich will jetzt meine Platte hören! Wie oft haben wir alle diesen legendären Satz von Opa Hoppenstedt gesprochen, wenn uns die Musik auf Partys oder Konzerten nicht gefiel. Oder gerufen: Ein Klavier, ein Klavier!, wenn ein solches auf einer Aufnahme zu hören war. Oder mit dem Chorleiter: Aus, aus aus! geschrien. Oder dem Kunstpfeifer gelauscht, der zum ersten Mal auf der Zuchtbullenversteigerung in Hannover kunstpfoff. Gestern also ist Loriot bzw. Vicco von Bülow im Alter von 87 Jahren gestorben. Seine Sketche allerdings dürften noch ein paar Jahrzehnte lebendig bleiben: auf Bühnen gespielt oder sich in Freundeskreisen nacherzählt. Nur über eins sind wir natürlich immer noch traurig – dass Wum damals zum Banjo sich eine kleine Miezekatze wünschte und nicht zur Mandoline. Aber auch darüber können wir heute hinwegsehen. Dank an Loriot.

Stahl für Adele

Die britische Soulsängerin Adele ist ja ziemlich angesagt. Sie hat ja auch eine beeindruckende Stimme. Außerdem scheint sie zudem guten Geschmack zu besitzen. Wie anders wäre es zu erklären, dass auf ihrem jüngsten Album ein Song der Steeldrivers zu hören ist: If It Hadn´t Been For Love vom Debüt-Album der Band? Darauf reibt es sich einer der Songautoren, Chris Stapleton, aus den Stimmbändern, während der zweite, Mike Henderson, eine ruhige Rhythmusmandoline choppen darf. Jetzt kann man mal vergleichen, welche Version die bessere ist – oder über beide gleich doll jubeln. Adele kommt hier unten.

Tonspuren lesen

Es ist zwar noch was hin bis zum 10. September, aber Gelegenheit, sich den Tag dick im Kalender anzukreuzen, besteht schon jetzt: Dann startet die zweite Staffel der Reihe Tonspur. Soundtrack meines Lebens auf 3Sat. Über das Prinzip stand hier schonmal was zu lesen: Ein Prominenter gibt eine Liste mit Songs ab, die sein musikalisches Leben geprägt haben. Ein dreiköpfiges Expertenteam versucht nur anhand der Songs herauszufinden, um wen es sich da handeln könnte: Mann, Frau? Jung, alt? Künstler oder Geschäftsmann? Ein spannendes Konzept, gleich welche Musik zu hören ist. Im Gegenschnitt zu den drei Rätslern im Studio kommt der Promi zu Wort und erzählt über seine Lieder. Da schaut man gern zu, selbst wenn ausnahmsweise mal kein Mandolinenlied dabeisein sollte. Zehn Folgen stehen ab dem 10.9. jeweils samstags auf dem Programm von 3Sat – Informationen gibt´s hier.

Zwei Freaks im Regen

Es war immer schon eine merkwürdige Sache, dass auf Bruce Hornsbys Hit Mandolin Rain aus dem Jahr 1987 keine Mandoline zu hören war. Diesem Zustand ist ja schon seit geraumer Zeit abgeholfen worden, auf der CD, die Hornsby mit Ricky Skaggs und Kentucky Thunder aufgenommen hat. Die darauf enthaltene Version des Mandolinenregens bietet selbstverständlich das dazu gehörende Instrument. Doch die schlicht Ricky Skaggs & Bruce Hornsby betitelte CD von 2007 enthält noch weitere Pretiosen. Vor allem aber findet sich darauf eine Bluegrass-Version von Superfreak, dem größten Knaller des Funk-Spinners Rick James. Die gesamte Platte lässt sich hier hören, Superfreak trägt die Track-Nummer 11. Wüste Sache.

Ein Fall für zwei