Schwärme voller Geld

Wie so manche Begriffe doch seuchenartig die Runde machen! Das Wort von der Schwarmintelligenz beispielsweise – wobei ich inhaltlich nix damit anfangen kann, der Masse gute Entscheidungen zuzutrauen. Das Schwarmsponsoring gefällt mir da viel besser: Jede Menge Leute helfen mit, ein bestimmtes Projekt finanziell zu ermöglichen. Auf Neudeutsch heißt das: Crowdfunding. Das Publikum sorgt dafür, Dinge auf den Weg zu bringen, beispielsweise CD-Produktionen. Wie die des wunderbaren Duos Cahalen Morrison & Eli West, das mittels der Crowdfunding-Plattform Kickstarter die Veröffentlichung ihres zweiten Albums Our Lady of the Tall Trees bewerkstelligen will. Da kann man sich noch fröhlich dran beteiligen, guten Gewissens, denn die beiden bürgen für Qualität – auf diese CD freuen sich mindestens schon viele derer, die das Duo 2011 beim Bluegrass Jamboree gesehen haben. Also: Kreditkarten gezückt! Übrigens gibt es auch in Deutschland einige Internet-Plattformen, die Schwarmsponsoring unterstützen. Auskünfte dazu erteilt die Website der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung, angesiedelt beim Bundeswirtschaftsministerium.

Schräg ist schön

Sie hat mal mit Bluegrass angefangen. Und ist dann immer weiter gegangen. Hat zum Beispiel für John Mellencamp Violine gespielt, ist gemeinsam mit Eels aufgetreten. Auf ihren eigenen Aufnahmen geht sie manchmal ihrer Liebe nach schrägen Tönen nach, die Lisa Germano. Das hört sich dann so an, als könne sie gar nicht richtig spielen. Aber gerade das macht eine reizvolle Mischung aus, die Kombination aus schrägen und schönen Tönen. In Sachen Popmusik waren XTC Meister dieses Fachs. Im Jazz bedient sich beispielsweise Bill Frisell dieses Kunstgriffs. Aber wenn Lisa Germano übers Fahrradfahren singt und sich dabei an der Mando begleitet, hat das auch eine Menge.

Wortmänner retten in den USA

Erst kürzlich berichteten wir hier über die Wortmann Brothers und ihr ambitioniertes Ziel, die Welt mit Hilfe von Bluegrass zu retten. Zugegeben, wir waren damals skeptisch, ob da irgendeine Aussicht auf Erfolg bestehen könnte. Doch nun sind die Wortmänner schon mit dem Retten in den USA angelangt: Die renommierte Website Bluegrass Today berichtet aktuell über die Brüders und ihren Song Ei und Hering. Jeder andere deutsche Künstler hätte versucht, sich mit seinem Anliegen zunächst mal in Österreich oder vielleicht der Schweiz oder vielleicht noch in Elsaß-Lothringen Gehör zu verschaffen. Nicht so die Wortmanns – sie greifen gleich in den Staaten an. Recht so, Jungs. Was kommt als nächstes? Die Sowjetunion? Der Mond? Hauptsache, wir haben Ei und Hering auf dem Teller.

Originelles Bekenntnis

Ob wir uns wohl alle einen iPod Touch kaufen sollten? Okay, die Dinger werden immer überflüssiger angesichts der Smartphones. Aber gerade für den iPod gibt es dieses Hartschalen-Case – und wer wollte da nicht zugreifen? Muss aber nicht: Vielleicht ist es viel schöner, sich den Spruch aufs T-Shirt flocken zu lassen. Damit es auch wirklich alle erfahren.

Bluegrass unterm Dom

Sie sind hungrig, sie sind jung, sie wollen jammen – die Musiker im Rheinland. Wenn´s sein muss, darf es sogar Bluegrass sein. Nein, besonders gern Bluegrass! Bei was sonst könnte man so schön mitmachen? Kurzum: Es gibt einen konkreten Termin am kommenden Donnerstag, 14. Juni, in Köln. Dann geht die Kölner Bluegrass-Session in ihre erste Runde. Ort des Geschehens wird Manni´s Rästorang in der Kyffhäuserstraße 18 sein, es startet um 20.30 Uhr – und zwar mit einem kurzen Set der Band Covered Grass, deren Mandolinenspieler Joon Laukamp auch als treibende Kraft hinter der Session steckt. Hungrig, jung, jamwütig eben. Eingeladen sind nicht nur Hardcore-Bluegrasser, sondern alle Akustiker, die sich für den Stil interessieren und einfach mal probieren möchten. Vielleicht hat die deutsche Mannschaft bis dahin auch schon zwei Vorgruppenspiele verloren und alle können Trost durch Musik vertragen. Aua, wer wirft denn da mit Steinen?

Wortmänner retten die Welt

Können es der Brüder zwei schaffen, die Welt zu retten? Noch dazu mit Bluegrassmusik? Noch dazu in deutscher Sprache? Unvorstellbar, gewiss. Und dennoch gibt es zwei gleichen Blutes, die es zumindest versuchen wollen, und zwar mit vollem Einsatz. Es handelt sich um die Wortmann Brüders aus Bonn und Düsseldorf, also The Wortmann Brothers, wie sie sich inkonsequenterweise nennen. Andererseits: Wer die Welt retten will, der muss international verstanden werden, wenigstens der Name. Insofern. Zurück zum Thema. Also. Die Brüders haben schon jetzt – vor ihrem großen Durchbruch und der pre-Weltrettung) eine bewegte Biografie, ich zitiere: Nach einer schweren, von Armut und vielen Krankheiten beherrschten Kindheit wurden sie bald gezwungen, in Bielefeld die Schule zu absolvieren. Schnell verloren sie sich in Pickelbekämpfung und Schulalltag, allmählich verloren sie auch ihre Vornamen.

Kein Wunder, dass solche Leben aus der Spur geraten mussten. Musikalische Irrungen in Punkbands wie Die Fidelen Schwager oder Legion Fondor taten das Ihrige dazu, um die Männer ganz aus der Bahn zu werfen, Zitat: In dieser Zeit versuchten die Wortmann Brothers ihr Leben mit Bankeinbrüchen einen neuen Sinn zu geben. Ein Schuss, der nach hinten losging. Beide Brüder wurden in einem gemeinen, von den Banken gesteuerten Schauprozess völlig unangemessen zu lebenslanger Haft mit Restverwahrung verurteilt. Doch diesmal kamen die Zeitläufte den Brüders entgegen: Nach der jüngsten Bankenkrise wurden die Brüder von der wütenden Bevölkerung aus dem Gefängnis geholt und bekamen nachträglich das Deutsche Blechkreuz der Steuerrettung am Blauen Band verliehen. Das damit verbundene Ehrengeld wurde noch am selben Abend in der Bar Seifenhorst in Düsseldorf umstandslos versoffen, mit der Folge, dass die Wortmann-Brüder beschlossen, erneut eine Band zu gründen, um endlich ihre Mission zu erfüllen.

Hier der erste Selbstversuch! Wir wünschen den Brüders alles Gute!