Zeitlose, singende Töne

Zuletzt spielte hier Chris Thile Bach, heute geht es wieder um Bach auf der Mandoline: Der in Berlin lebende, israelische Mandolinist Avi Avital interpretiert auf seiner Debüt-CD für die Deutsche Grammophon ausschließlich Werke von Johann Sebastian. Logisch, dass das Album einfach nur Bach betitelt ist. Drei Konzerte und eine Sonate hat Avi ausgewählt und für Mandoline arrangiert, allesamt Kompositionen in Moll: das Konzert in d, ursprünglich für Violine wie auch das in a; dann das für Oboe geschriebene Konzert in g und die Sonate in e, original für Flöte komponiert. Besonders in den langsamen Sätzen musste er sich was überlegen, um die lang gehaltenen Töne nicht mit ewigem Tremolo zuzukleistern: er wollte sie vor allem zum Singen bringen. Begleitet von der Kammerakademie Potsdam, gibt Avi Avitals Mandoline selbst oft gehörten Werken wie dem Konzert in A-Moll ein neues Leben. Mit dieser Aufnahme wurde für mich ein Traum wahr, sagt der Musiker, ich habe immer schon gedacht, wie schön es wäre, wenn ich mich bei meinem ersten größeren Projekt auf Bach konzentrieren könnte, schließlich spielt Bachs Musik seit jeher eine wichtige Rolle in meinem musikalischen Leben.

Für seine Laufbahn hat sich Avital ein nicht gerade bescheidenes Ziel gesetzt: Er will das Instrument und sein Repertoire einem größeren Publikum als jemals zuvor zugänglich machen. Daran arbeitet er ehrgeizig und ist immerhin der erste klassische Mandolinist, der je bei der DG unter Vertrag stand. Das Besondere von Bach auf der Mandoline für ihn? Bachs Musik ist voller Geheimnisse. Egal, wie lange man sie schon spielt, immer gibt es etwas Neues zu entdecken. Wenn man ein anderes Instrument einsetzt, kann man die Zeitlosigkeit dieser Musik auf ganz neue Weise erleben. Sätze, die sicher auch Chris Thile unterschreiben würde. Das Album Bach erscheint heute in einer Woche – am 3. August.


„Everything you never dreamt a mandolin could do“, schrieb die israelische Tageszeitung Haaretz beim Hören von Avi Avital; ein schöner Satz.

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